Der Lederkranich.

Du willst nicht sehen,
was Du nicht sehen kannst.
Das Unsehbare
hockt in einem alten Autoreifen,
dunkel wölbt hoch sich
auf einer Wiese der,
in trocknen Halmen, schwarz,
wo er liegt. Lang. Dazwischen.
Wo es sitzt. Da drin. Du weißt.

Nicht hin sehen du da musst
zu dem alten Autoreifen.
auf der Wiese, trocken.
Kann es sein, dass es sitzt, da,
in der Schwärze, weil,
zwischen Gummis, dort,
wo es warm ist, die Sonne, du weißt,
du nicht hingehen sollst,
wo es hochwölbt
sich: ein Stück Gummi mit altem Profil
auf der Wiese, und dazwischen
warm, dunkel, hinterm Grat:
schwarz, unterm Licht.

Ein Autoreifen, der sich drehte einmal
schönen Tags, so wie heut,
die Sonne schien – sitzt da jetzt,
zwischen den Gummis –
Geh nicht hin. Du musst nicht
zwischen die trocknen Halme,
die Sonne scheint, sieh’ doch, sie wiegen.
Bleib auf dem Weg, geh nicht,
es bewegt sich ja nicht, sitzt nur da.
Es ist da drin, du weißt es doch,
in dem Autoreifen, zwischen den Gummis
DRIN SITZT ES
bewegt sich nicht.

Es sitzt in dem Reifen.
in dem Ring, zwischen dem,
was nicht siehst, in der Schwärze.

Unter der Sonne
hat es sich festgesetzt.
Bleib hier. Geh nicht.
Du willst nicht sehen,
was du nicht sehen kannst.
Das Unsehbare
willst Du nicht sehen.
Da hockt, sitzt, kauert,
In dem Reifen,
der LEDERKRANICH, ein Wesen,
hässlich elementar,
so hässlich ist der LEDERKRANICH,
dass man sieht ihn nicht,
ihn, In alten Autoreifen er nistet,
der LEDERKRANICH
Gummis, hüllen, die liegen
herum in der Gegend,
porös,
ihn ein.

Du siehst ihn – nicht – deshalb nicht –
weil Du ihn sehen nicht willst, dafür:
weil Du nicht sehen kannst, ihn.

Der LEDERKRANICH nährt sich von Schwärze
mitten am Tag.

Sieh ihn nicht sehen hin.

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