Wärme-Arbeit und Kühlungs-Handeln.

Das Bekannte ist noch nicht erkannt. (G.F. W. Hegel)

Ein-Wendungen…

Das jetzt vollständig vorliegende Dokument
„Entropie-Kreativpotential der Natur I – V“
PDF zum Download
hat mein Gesprächspartner T.S.W. Salomon
seinem langjährigen ehemaligen Kollegen
und Freund Rudi Waibel gewidmet.

Ich widme es hiermit noch nachträglich Martin Heidegger. Warum – weil hierin etwas angedeutet wird, was Heideggers Vorstellung nach einer verbindenden Universität von Denken und Wissenschaft nahe kommt; in dem es ein Gespräch entwirft um praktische Erfahrung, praktisches Handeln, Wissenschafts- Geschichte, Philosophie, Technik, Mathematik, Physik, Psychologie, Soziologie und daraus resultierend: Kosmologie –

Das wesentliche Momentum eines Triebwerks
ist sein Atem (lat: Spiritus, Hauch, Atem).

Sehr kraftvoll und direkt markiert die Lavaldüse eine Region, die das Prinzip des Atmens (Flüssigwasserstoff/Sauerstoff)  in Kinetik überführt.

Weiterhin: Das vorliegende PDF erzählt von einem Ur-Sprung und von einem Weg. Man kann ihn den Weg vom Sein zum Werden nennen (nach Ilya Prigogine)

So gesehen: Eine spaceshuttle-main-engine arbeitet auch als eine philosophisch-kinetische Skulptur. Sie ist eine eine real existierende (dynamische) Metapher.

Die Kräfte, die ein Raketentriebwerk in ca 8 Minuten freisetzt, indes ein ganzes Gerät in Richtung Kosmos schiebt, sind auch die Kräfte zweieinhalb-bis dreitausendjährigen philosophischen Fragens –

– in Richtung „auf einen Stern zu“ – wie Heidegger sagen würde.

Von ihm stammt ja der berüchtigte Ausspruch:
„Wissenschaft denkt nicht.“ (noch nicht.)

Das vorliegende Dokument möchte ihm darin freundlich widersprechen
Die Verbindung von Wissenschaft und Denken ist möglich.

Man kann diese Verbindung zunächst einfach – das Forschen nennen.

Ein Forscher unterscheidet sich von einem bloßen Wissenschaftler oder einem reinen Akademiker oder Faktensammler darin, dass er nicht nur Dinge weiß oder zu zitieren pflegt, nicht nur diskursive Sprachregelungen halb brav – halb ängstlich repetiert und dann per Fußnotenspray in Papieren verteilt – sondern gelegentlich auch neu denkt, konstruktiv neu verknüpft – oder noch besser: Eventuell sogar ein bestimmtes Interesse riskiert, einen Gedanken und Fragen neu formuliert, methodisch verfolgt.

Es macht ein gutes Gefühl, mit T.S.W. Salomon einen solchen Forscher getroffen zu haben.

Weniger bekannt ist oder ganz vergessen wurde Heideggers anderer Zusatz, der noch viel anstössiger hätte erscheinen können:

Auch die Philosophie denkt nicht.

Oder nicht selbstverständlich. Nicht immer.

Heidegger: „Das Philosophieren kann uns sogar am weitesten vom Denken abbringen. (…)so glauben wir zu denken, weil wir doch philosophieren, und denken doch nicht…“

Warum und wie kann man die nichtdenkende Philosophie und die nichtdenkende Wissenschaft wieder reanimieren. Können sich zwei halbtote Disziplinen sozusagen gegenseitig Atem spenden, so dass daraus ein lebendiges Ganzes erwächst?

Eine Antwort hat er gegeben: Es ist das Gespräch.

Erste postsalomonische Reflektion:

Auch wenn im vorliegenden Dokument hier und da Kritik geübt wird, Kritik an bestimmten Praktiken oder kollektivem Verhalten, so erkennt es doch den Mut und die Leistung aller Beteiligten an, etwas so – ich sage mal – erhaben Schönes – wie den Start eines orbitalen Raumschiffs überhaupt ermöglicht zu haben.

Das Space-Shuttle und seine zum Teil dramatische, chaotische, traurige und auch erschreckende Geschichte gehört eben mit allem drum und dran – zur Menschheit – obwohl dies Wort heute – leider – immer noch pathetisch klingt. Trotzdem. Da das Schiff nun außer Dienst gestellt und eingemottet wird –

– Danke Space-Shuttle.

Du und deine Besatzungen haben immer eine gute Arbeit gemacht, trotz der vielen „Wenns und Abers“, die man Dir hinterherrufen könnte, aber deine orbitalen Umrundungen waren so etwas wie ein Zeichen, dass auch Teller-Ränder offene Ränder sind.

Zweite postsalomonische Reflexion:

„Symmetrie ist die Ästhetik der Primitiven.“
erweiterter Volksmund

Es gehört heute zu den Allerweltsweisheiten der Formgebung: Symmetrische Proportionen werden erst dann wahrnehmbar, wenn die Symmetrie an irgendeiner Stelle gebrochen ist. Oder anderes gesagt: Wenn Symmetrie vor dem Hintergrund ihrer Gefährdung und ihres Bruchs erscheint.

Kein Gesicht, kein Ding in der Natur wächst ganz und gar exakt symmetrisch.

Eine so genannte gelungene Komposition verlebendigt sich erst in einem inneren Vergleichsmoment zwischen Symmetrie und Symmetrieverlust.

Eine gelungene Komposition spürt einem Gleichgewichtsbedürfnis aus einem Nichtgleichgewicht heraus hinterher.
Sie unternimmt selbst eine Balance-Handlung und regt damit den cognitiven Vergleichsprozess an.
Dies gilt für Farben und Formen und Anordnungen der bildene Künste ebenso, wie für die Rhythmik oder Melodik. Wo die Symmetriegefährdung ganz fehlt, handelt es sich entweder um reine Geometrie, puren Platonismus oder um Kitsch.

Der Clou ist aber der, dass auch die strengsten Symmetrien immer schon
Nichtgleichgewichte sind – eben weil sie eine thermische DAUER haben. Deshalb steht jede Symmetrie in einem DAUERNDEN Vergleichs-Prozess mit einem Balance-Akt dessen, der sie wahrnimmt. Und dieser Vergleichsprozess muss im thermischen Fluss (Nichtgleichgewicht) thermisch ernährt werden.

Auch ein Vergleichsprozess selbst – braucht eine Thermik, vollzieht sich in Thermik und produziert eine Thermik.

Die kosmologischen und mathematischen Wissenschaften von heute haben – was diese Sache betrifft, offensichtlich einen nachholenden Erkenntnis-Bedarf.

Zwar kennen auch sie Symmetriebrüche und Paritäts-Verletzungen – aber zumeist werden diese als Symmetriebrüche in ein Modell eingebaut, dem man als Ganzes oder von Beginn an einfach so Symmetrie unterstellt.

Im großen und ganzen sollen gelungene oder schöne Theoriegebäude möglichst symmetrisch sein oder zeit-invariant – im Gleichgewicht. Reversibel.

Zwischendurch: Die Worte Kosmetik und Kosmologie haben nicht zufällig den selben altgriechischen Wortstamm. Das menschliche Gesicht ist eine kosmische Fläche der Paarbildung im Anlächeln oder der AUGEN-BLICKE
Aber ein allzu ästhetisches (kosmetisches) Bedürfnis in den Wissenschaften kann dazu führen, dass die Kosmetik überwiegt und die Wahrheit (der Kosmologie) verborgen bleibt.

Heraklits Satz: „Niemals steigt man zweimal in den gleichen Fluss.“
bleibt gerade deshalb eine konstruktive Unruhestiftung.

Die heutige (sakrosante) Physik ist ziemlich unheraklitisch
(kosmetisch) eingestellt.
Sie ist so eingestellt, als würde man mit einigen Konstanten und Gesetzen
immer wieder in den gleichen Fluss steigen. Reversibel. Symmetrisch.
Kosmetisch.
Als könne die Fluss-Strömung, die auch den „Beobachter“ handelnd bewegt, den „Naturkonstanten“ nichts anhaben.

Diese Annahme ist ein Hilfsmittel der Konstruktion oder ein ästhetisch-mechanisches Bedürfnis, vielleicht not-wendig – aber nicht besonders überzeugend im Sinne einer weiter zu entwerfenden Beschreibung.

Einer Kosmologie, die auf das Nichtgleichgewicht angewiesen ist,
um überhaupt Kosmologie zu sein.

Deshalb wird in Teil IV des PDF mit gewichtigen Argumenten dargelegt,
unter welchen Prämissen zum Beispiel die universelle Konstanz der Vakuum-Lichtgeschwindigkeit angezweifelt werden kann.

Besonders überraschend war für mich der Hinweis, dass ein mechanistisches und überkommenes Weltbild aus dem 19. Jahrhundert auch in den heutigen Anwendungen der Maxwell-Gleichungen – sogar nach Einstein – nicht wirklich überwunden ist.
So dass selbst Einsteins Kinetik eigentlich eine mechanistische Kinetik bleibt und weite Teile des Standartmodells ziemlich mechanistisch (kosmetisch) gestrickt sind.

So macht es sich die heutige nicht-denkende Physik möglicherweise zu einfach, wenn sie ihre wichtigsten Erhaltungssätze zeit-invariant oder reversibel formuliert – vom kosmologischen Standpunkt her betrachtet, höchstwahrscheinlich zu einfach. Oder zu schwer – wie man’s nimmt.

Dass man etwas „wiederholen“ oder „reproduzieren“ kann,
muss für das All nicht zwingend beweisen, dass „das Selbe“
immer „das Gleiche“ ist.

Der Satz der Identität: A ist gleich A –

– kann schon dadurch ausgehebelt werden,
in dem ein Wort wie „ist“ – bereits einen eigenen Zeit-Raum beansprucht und ein
solches A immer erst zu dem „A“ zurückkehren kann, nachdem „IST“ gewesen war.

Ob dieses „A“ dann noch das gleiche A ist – bleibt fraglich.

Nur ein „A“, das von keinem Gehirn geführt und von keiner Temperatur berührt wird, soll heißen: weder gedacht noch ausgesprochen wird – bleibt von Thermik unberührt.

Aber wie ein solches ungedachtes oder ungeführtes, also temperaturloses „A“
im All existieren kann, dass ja immer und überall eine Temperatur hat – bleibt fraglich.

Die „Rück-Kehr“ von A – zum – „A“ (Re-Entry) – IST –
bereits eine „Ein-Wendung“ (wörtlich: „Entropie“) in der Zeit.

Zweite postsalomonische Reflexion:

Bei jedem Start eines Raumschiffs fliegt auch die Frage mit,
für die sich schon Thomas von Aquin interessiert hatte – ob denn
das Endliche mit dem Unendlichen ein gemeinsames Maß habe – ?

Thomas von Aquin meinte: Nein.

Ein Raketentriebwerk wird nach ca 8 Minuten abgeschaltet
und ist damit in seiner Funktion – „endlich“

Ebenso wie alles, das wir tun, irgendwann
ganz physisch „endet“ –

– aber es endet auch wieder nicht, weil alles Folgen zeitigt.

Aber so lange das Triebwerk „schiebt“ – wandelt es die Frage
von Thomas von Aquin in Kinetik um.

Trotzdem bleibt die Frage von Thomas heute
eine der wichtigsten Fragen der Kosmologie:

Wa-herum läuft ein Handeln
vom Endlichen zum Unendlichen?

In einem Triebwerk, in einer Lavaldüse, werden so – im übertragenen Sinne –
die vorsokratischen Elemente von Feuer und Wasser (-stoff), Kalt und Heiss,
Stillstand und Strömung, Regulierung und Nichtgleichgewicht ebenso
wie die platonischen EIN-WENDUNGEN der Ideen und Mathematisierungen
im Denken als HANDELN in Richtung KOSMOS bewegt.
Sie werden veratmet – im Stoffwechsel „spiritualisiert“.

Ein solches Raketentriebwerk ist „alles was der Fall ist“ –

– nur ist es eben – ein Fall nach oben – oder besser: ein Fall ins Offene.

Angesichts der Konstruktion und Funktion eines Raketentriebwerks-macht die postmoderne Plattitüde, dass es keine „großen philosophischen Erzählungen“ mehr gäbe, keinen Sinn mehr.

Die Wirklichkeit selbst produziert ihre jeweils wirkmächtigen „großen Erzählungen“ – egal ob Philosophen sich dafür interessieren oder nicht.

Die heutige globale Realität wird stark motiviert von Temperatur-Differenzen.
(Wärme-Arbeit und Kühlungs-Handeln sind die großen Erzählungen der Gegenwart. Ob beim Klima, dem Energieproblem oder der Reaktorwirtschaft. Und höchstwahrscheinlich ist das „SEIN“ , das „esse – essenz“ überhaupt immer schon eine Wärme-Arbeit des Kühlungs-Handelns gewesen. )

Und eine der stärksten und plötzlichsten Reaktionen zwischen Wärmearbeit und Kühlungshandeln wirkt in der Schubphase einer SSME.

Ein Raketentriebwerk ist eine große Erzählung.

Eine Philosophie, die sich von den großen Erzählungen
der Wissenschaften und der Technik abwendet und nichts
von ihr wissen will, stellt sich ins Abseits der Irrelevanz.

Eine Philosophie, die nicht zugleich Thomas von Aquins Frage
nach dem gemeinsamen Maß zwischen dem Endlichen und
dem Unendlichen stellt, bleibt „reine“ Psychologie.

Aber auch eine Physik, die sich nicht für die Psychologie
und Sozialisation ihrer Geschichte interessiert, wird auf die Dauer
kosmologisch nicht vorankommen.

Beginnt man also damit, warum etwas in einer Lavaldüse
zwischen Brennkammer, Düsenhals und Austrittskegel
wirklich vor sich geht, warum es funktioniert
und warum es zu begreifen ist. – dann spricht man auch schon über weite Teile globaler Wissenschaft, welche ohne die Vorsokratiker, die Pythagoräer, Platon und Aristoteles und schließlich: Kant – sich nicht hätte in der Form ausbilden können.

Dritte postsalomonische Reflexion:

Sind Menschen besonders glücklich oder besonders unglücklich,
weil Sie Raumschiffe bauen?

Sie könnten ja auch einfach so auf ihrer Wiese liegen bleiben und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen – wie man so schön sagt.

Nein, das können sie – statistisch betrachtet – nicht.

Der andrängende Eros wirkt als Raumöffnung-Vektor mit expansiver Note. Man darf es einmal so sachlich aussprechen, aber es gilt zu verstehen, dass der Eros über alle zwischenmenschlichen Belange hinaus die Mischung verfolgt. Mischung will Kombinatorik und Kombinatorik will Mutation. Mutation will Veränderung und Veränderung will Grenzverschiebung. Randöffnung.

Die Evolution hat kein bestimmtes Ziel, aber sie hat einen Vektor.

Der Vektor der planetaren Evolution heißt: Mischung. Aller mit Allem.
Rand-Öffnung. Die Erweiterung der angestammten Habitate.

Dabei hält eine Population den genetischen und evolutionären Vorsprung, die im Falle von Gefahr den Schritt hinter den nächsten Horizont wagt –
– die sich weiter bewegt, mutiert, neuen Raum erobert, wenn im alten Raum , Dürre, Gefahren oder Mangel drohen.

Ein Sinn der erotischen Evolution ist der, die Symmetrie zu brechen, sie in der Mischung und Kombinatorik aus dem Gleichgewicht in Richtung Kinetik auszulenken.

Innerhalb einer erfolgreichen Population sind Beweglichkeit und Mut die ganz leicht ins Überwiegende verschobenen Auslesekriterien.

Sinn von Mutation ist Veränderung. Und Sinn von Veränderung ist Grenz-Erweiterung.

Darum gibt es Raumfahrt, Schiffe und ferne Ziele. Und es wird sie immer geben.

Eine Population, die genetisch verlernt hat, ihre habituellen Ränder zu öffnen oder zu erweitern, die also nur den Status-Quo halten möchte, stirbt irgendwann aus, wenn auch angestammte Lebens-Räume keinen Status-Quo für immer garantieren. Wer darauf nicht extrovertiert reagieren kann, hat keine Zukunft. Deshalb ist auch die menschliche Gattung statistisch zur (erotischen) Kinetik verdammt.

Ob in der Abwehr gegen einen herannahenden Astereoiden oder in der Suche nach einem neuen Lebensraum.

Der Spannung zwischen dem Endlichen und dem Unendlichen entspricht heute auch die Spannung zwischen der Konkretion und der Statistik.

Der Eros im Nichtgleichgewicht, sorg statistisch dafür, dass einige immer weiter vordringen und die Ränder und Symmetrien raumgreifend öffnen – in die nächste Technik hinein, in neue Mischungen, Mutationen, Fähigkeiten und weiter in die nächste dynamische Raum-Öffnung, – die nächste In-Formation. (EIN-WENDUNG)

Dritte postsalomonische Reflexion:

Die heutige physikalische Kosmologie steckt in einer Sackgasse.
Irgend etwas stimmt nicht mit ihr.

Entweder mit den klassischen Relativitäts-Theorien
oder mit dem Standart-„Teilchen“-Modell – oder mit beiden.

Weit über die Hälfte des heute beobachtbaren Universums
bleiben mit den heutigen theoretischen Modellen unerklärt.

Einsteins Idee, die Vakuum-Lichtgeschwindigkeit
müsse immer und überall im gesamten Universum die Gleiche sein,
kann ganz allmählich, (und nicht nur im vorliegenden PDF)
angezweifelt, wenn nicht sogar verabschiedet werden.

(Relativitätstheorien sind auch ohne konstante Lichtgeschwindigkeit,
denkbar, nur ist das kosmologisch viel unangenehmer zu rechnen.)

Das heutige Standartmodell der Teilchenphysik ist sicher ebenso
eine historisch verständliche Leistung vieler Beteiligter, ein Art vorläufiger Modell -Teppich, der aber auch an einigen Stellen ziemlich flickenhaft zusammengenäht erscheint, zum Teil mit in der Luft hängendem Mathe-Hokuspokus plus „Beweisen“ – die unter extrem idealisierten Laborbedingungen gewonnen werden.

Gottfried Falks Bemerkung, nach der die Mathematik
als Sprache auch in rein mathematischer Form nicht automatisch
zu einer wissenschaftlichen Physik führt – klingt in den Ohren.

Man kann mit Mathematik ebenso wie mit der natürlichen Sprache
Firlefanz oder l’art pour l’art oder Glasperlenspiele betreiben
und verfehlt dabei womöglich den Anschluss an Wirksamkeit und Tatsächlichkeit. Das ist eine spannende Situation. Eine Situation, die zum Forschen anregt.

Vierte postsalomonische Reflexion:

Wenn man die Wissenschaften, insbesondere ihren „harten Kern“ (Weizsäcker) die physikalischen, heute betrachtet, dann zeigt sich darin etwas, das man für eine kommende Wissenschaft, die wieder eine echte und zwar: denkende Naturwissenschaft sein will – heute schon ableiten kann.

Was diese Wissenschaft in Zukunft betrachten und erforschen muss, ist das,
was sie täglich tut und längst immer schon getan hat – also:

Ihr Handeln selbst.

Ihr Handeln in thermischen Milieus. Und zwar als Ihr Handeln in
EIN-WENDUNGEN (wörtlich: Entropie)

Die Wissenschaft der Zukunft braucht mehr noch als den Blick
auf ihre Ergebnisse auch den Blick auf ihr Handeln in Temperaturen und
EIN-WENDUNGEN.

Das Gesuchte der Wissenschaft – nennen wir es mal: Die Physik des Universums
oder: „Die Weltformel“ – findet sich nirgendwo anders als im Handeln der Wissenschaft selbst.

Als Lebensvollzug in Temperaturen.

Auch das Rechnen selbst ist ein Vollzug in Thermik.

Das Handeln der Wissenschaft ist nicht Geometrie oder Modell oder Zahl oder Gerät. Das sind immer nur (vorläufige) Ergebnisse oder Geräte – die: geraten sind. (Von Aktualität nach Potentialität)

Das HANDELN der Wissenschaft ist Handeln als Handlung und BE-Handlung in Temperaturunterschieden und kontrollierten thermischen-Milieus.

Das Besondere an der Geschichte, die im vorliegenden Dokument ver-handelt wird, ist vielleicht gerade auch diese Frage:

Ist der Mensch das Wesen, das auf diesem Planeten
die größten UNTERSCHIEDE in TEMPERATUREN für sich
– handelnd – in KINETIK also: in WERDEN übersetzt?

Irreversibel…

Der Einblick in die extremen Temperaturdifferenzen eines Triebwerks beantworten diese Frage vorläufig bis zum Mond und darüber hinaus mit einem klaren JA.

Eine gewitzte und neue Kosmologie, die auch Einstein noch erweitert,
würde sofort einsehen, dass nicht die Ergebnisse der Wissenschaft das Gesuchte liefern, nein – die Formen ihres Handelns selbst enthalten bereits das Gesuchte – das RINGEN – die EIN-WENDUNGEN.

Das Gesuchte der Wissenschaft ist die Ein-Wendung,
die Entropie in den RING oder in das RAD oder in das GERÄT – hinein.

Oder auch: Die EIN-WENDUNGEN des Denkens im Vollzug des Gesprächs.

Nicht die Bilder eines Teleskops liefern das Gesuchte, sondern unser eigenes Handeln im Vollzug der FORMUNG seiner Linsen und Spiegel – ihre konkaven oder konvexen EIN-WENDUNGEN – sind das Gesuchte. Der Vollzug des EIN-WENDENS

Oder noch einmal anders gesagt:

Nicht w a s Heraklit und Parmenides und später dann Platon und Aristoteles
gedacht und aufgeschrieben haben, liefert uns das Gesuchte,
sondern d a s s sie es denken und aufschreiben konnten
in EIN-WENDUNGEN – ist das Gesuchte.

Was ist hier gemeint?

Gemeint ist hier, dass alle Wissenschaft, von der Philosophie her begonnen,
sich eine Klausur als einen isolierten Ort schafft, man könnte auch sagen:
Eine Privation, eine Distinktion, eine Differenz vor
einem Temperaturhintergrund.

Eine solche Privation oder Klausur oder: Fokussierung (Linsen und Spiegel)
oder auch: AKADEMIE – sind immer Orte der EIN-WENDUNGEN.

Es sind Kapseln.

Auch das Gehirn ist eine EIN-WENDUNG.

Zur Sammlung (Fokussierung)

In Situationen des „Zeit-Habens“

„Zeit-Haben“ zum Be-Schreiben. „Zeit-Haben“ zum Denken.
„Zeit Haben“ zum Gespräch, „Zeit haben“ zum Be-Obachten.

„Zeit-Haben“ bedeutet thermisch immer:
Das „Haben der Zeit“ setzt Privation voraus, Diskretion, Ruhe,
Abgeschiedenheit, Einschluss, Abschluss, Akademie, Kapsel, Klausur, Labor…

gesicherte Verhältnisse, Sesshaftigkeit, Stadt. UM-RANDUNG.

und heute schließlich: KÜHLUNG.

…eine temporäre „Ein-Wendung“, eine „Diskretion“,

ein kurzzeitiges An-Halten oder Inne-Halten…

…das HALTEN…

KÜHLUNG hält und schafft „gesicherte“ Verhältnisse

KÜHLUNG HÄLT INNE.

…so bis in die allerstrengsten Kühlungen und „Labor-Abschlüsse“ aller
heutiger wissenschaftlicher Versuchs-Anordnungen, die
in ihren strengsten Formen durch Kühlung sicher gestellt
werden muss.

Die Kühlung und Tiefkühlung ist heute die zugleich
strengste FORM der Diskretion eines Experiments.

Man könnte auch sagen: Der Immunisierung gegen die Zeit.
(nicht gegen die DAUER)

KÜHLUNG heißt thermisch für den Ort des Experiments:
ZEIT verlangsamen, ZEIT anhalten oder ZEIT einschließen.

– bis die Laborsituation: „Zeit hat.“

Die Zeit wird EINGEFROREN.

Das Experiment selbst „hat Zeit“

Aber damit „hat“ es eben zugleich schon FORM.

Die extremste FORM der Klausur und der Diskretion ist die Tiefkühlung.

Die Kühlung ist die Fortsetzung der platonischen Akademie mit technischen Mitteln.

Die andere Seite der Privation, der Immunisierung
oder des Labor-Abschlusses ist die EIN-WENDUNG also
das UM-RUNDEN oder das AB-RUNDEN eines GE-HÄUSES.

Der RING-Schluss, der STRÖMUNGS-KREIS, das GERÄT, die KAPSEL
der TANK.

Wichtig bleibt aber, dass jeder Kühlung und jedem Einfrieren,
soll heißen: jedem UM-SCHLIESSEN wiederum ein thermisches
Handeln parallel läuft.

Auch eine Kühlung muss thermisch – gehalten – werden.

Auch eine Kühlung muss fabriziert und energetisch – gehalten – werden.

Als Ein-Wendung in der Entropie mit der Entropie.

Es „handelt“ sich dabei immer – um – eine Relation – in Handlungs-Gefügen.

So läuft jedem streng isolierten Experiment immer eine KÜHLUNGS-HANDLUNG parallel als WÄRME-ARBEIT.

Jede KÜHLUNGS-HANDLUNG bedarf immer einer WÄRME-ARBEIT.

Die WÄRME-ARBEIT der KÜHLUNGS-HANDLUNG.

Die Frage wäre also, ob es einer zukünftigen kosmologischen Physik gelingt,
die thermische Relation ihres eigenen Handelns in Ein-Wendung, Ein-Drehung und der Temperatur in einem konstruktiven Verhältnis abzubilden und zwar so, dass der „Wärme-Arbeiter“ als „Kühlungs-Handelnder“
in der ZEIT als „Ein-Wendung“ den RAUM schafft.

Einige kosmologische Ungereimtheiten aber auch Experimente (Martin Tajmar) weisen – möglicherweise – darauf hin, ebenso die sehr erhellenden Recherchen, Bemerkungen und das physikalisch philosophische Lebenswerk meines Gesprächspartners T.S.W. Salomon in seinen wissenschaftshistorischen Einwendungen zum Faraday-Maxwellschen Elektromagnetismus und zu Mathematik von Nichtgleichgewichtsprozessen.

Auch das Gehirn ist eine – vom Rückenmark aus betrachtet – asymmetrische Einkrümmung, EIN-WENDUNG. Selbst das Gehirn eines Erwachsenen wendet sich noch ein wie ein Embryo. Als müsse es erst noch geboren werden.

(Das Labor verlassen. Türen und Fenster bleiben halb angelehnt.)

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