Die drei Funde

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Eine derjenigen Frauen, die nicht zu lieben in der Lage sind, aber Männern durch eine der Liebe tatsächlich sehr ähnliche Intensität übel den Kopf verdrehen können, dann aber wieder von ihnen lassen, worauf die Männer ihnen hörig werden, wurde gestern des Nachmittags am Ufer eines Sees, zwischen Teichrosen schwimmend, tot aufgefunden.
   Wie der Bericht des sie sezierenden Mediziners ergab, war sie bereits zwölf Tage vor ihrer Auffindung gestorben und trug am rechten Arm Spuren einer starkgliederigen Kette, die weder der Arzt noch ein anderer sich erklären konnte.
   Wenige Tage darauf entdeckte ebenderselbe Fischer, der auch schon die Frau gefunden hatte, in dem durch klares Wasser sich auszeichnenden See, zirka einen Meter und achtzig tief, eine männliche Leiche, die kopfabwärts, wie der Schwimmer einer Angel, im Wasser stand. Grund dieses seltsamen Zustandes war, wie man beim Bergen des Mannes feststellen mußte, daß er ein schweres Eisengewicht um den Hals trug. Außerdem befand sich eine dicke Kette an seinem linken Arm, die nach Vergleichen mit den Abdrücken am Arm der Frau eindeutig als jene bestimmt werden konnte, die dort die Spuren verursacht hatte.
   Wiederum fünf Tage später fand man einige Kilometer weiter entfernt einen alten Kahn, mit dem die beiden an die Stelle getrieben sein mußten, an der man darauf den Mann alleine entdeckt hatte.

Gelesen von Sandra Hüller linkhausklein.png

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