SIE BEOBACHTET DIE SCHLANKEN BEINE DES INDERS.

SIE BEOBACHTET DIE SCHLANKEN BEINE DES INDERS, die er rechts und links über die Bootsspitze hinausgestreckt hat, bemerkt, wie hinter seinen Füßen, der ferne Küstenstreifen im Tageslicht flimmert.
  Vor ihr auf dem Bauch liegt der Sikh. Sie sieht auf die helle Narbe, seitlich oberhalb seiner ausgeblichenen Shorts, vielleicht hatte er als Kind eine lebensgefährliche Operation gehabt. Sie lehnt mit dem Rücken an der Windschutzscheibe des kleinen Rennbootes, hat die Beine angezogen.


Er hatte ihr erklärt, sie könne das Ruder sich selbst überlassen, sie würden Kurs halten, sie solle sich nur auf ihn einlassen, vielleicht auf das Meer und ihn, hatte er noch hinzugefügt, aber nicht auf das Festland, diese andere Welt.
  Er war mit ihr weit hinausgefahren, hatte erzählt: „Das Festland, das brauchen wir beide nicht, vergesse es, Sarah, obwohl Du es lange zum Leben benötigt hast, aber schau, gab es Dir was?“


Sie beobachtet den jungen Mann, der vor ihr liegt. Schon gleich nachdem er das Boot, weit draußen auf dem Meer, gewendet hatte, er sich vor ihr, über das weiße Bug, auf den Bauch ausgestreckt hatte. Und da schon, hatte er seine Arme, außen, an ihren Beinen vorbeigeführt.
  „Greif meine Hände und halte sie fest, halte sie fest“, hatte er noch gesagt, und war Sarah ständig etwas näher gerückt, wie eine Schlange geglitten, hatte später seinen Kopf langsam angehoben und ihr erst sanft auf die eine und dann auch auf die andere Innenseite der Oberschenkel geküsst.


Dauernd spürt sie wieder seinen Mund, stets auf den selben beiden Stellen, und bemerkt, dass ihre Beine sich immer und immer noch weiter spreizen.


Sie hat die Augen geschlossen, blinzelt, erkennt, wie der Sikh gerade zu ihr aufblickt. Sie spürt eine seltsame, eine unglaubliche Geduld in sich, schließt die Augen wieder. Sie wartet auf den nächsten Kuss, würde sich am liebsten den Bikini vom Leib reißen.


Der Inder schaut ihr manchmal beim Warten zu.

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