Alle Beiträge bei: Augen auf Penelope

ER LIEGT ZUSAMMENGEKAUERT.

Von Georg Ufer

ER LIEGT ZUSAMMENGEKAUERT auf dem Boden.   Einige Sonnenstrahlen, irgendwo, an einem der Vorhänge vorbei, finden sie ihren Weg, treffen auf das Bett, nahe vor Penelopes Gesicht. Sie hebt ihren Kopf, versucht das Licht mit der Stirn zu berühren. (Auszug aus “Augen auf Penelope”)

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SO LEISE KANN MAN AUGEN ÖFFNEN.

Von Georg Ufer





  Er zog ihr den Knebel aus dem Mund und filmt es.
  Mit Kinderaugen sieht sie ihn an, beginnt zu sprechen, flüstert, wie vorher schon ihr Blick.
  „Ich schreie nicht.“




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MANCHMAL, DA VERMOCHTE PENELOPE DIE SCHRITTE VON CHARLIE SCHON HÖREN

Von Georg Ufer

MANCHMAL, DA VERMOCHTE PENELOPE DIE SCHRITTE VON CHARLIE SCHON HÖREN, wenn er ihr zu nahe gekommen war. Immer, wenn sie an einer roten Ampel gestoppt hatte, oder in einem zu engen Passantengewimmel nicht mehr schnell genug fliehen konnte. Ängstlich blickte sie ihm entgegen. Und er filmte auch das.
  Diesmal sah sie bisweilen tatsächlich wie Maria aus, dachte Charlie.




Er kam an die Stelle, wo Penelope sich, noch Sekunden vorher, aus einem Fußgängerstrom heraus plötzlich nach links in eine Nebenstraße gelöst hatte. Charlie stutzte und setzte die Kamera ab, sah in die viel engere Straße hinunter, leicht neigte sie sich abwärts, in die Ferne.
  Penelope ging, als wäre niemand mehr hinter ihr her und würde sie hetzen. Hatte sie Charlie vergessen? Fast setzte sie ihre Schritte wie ein Modell. Aber um sie herum und auch weit im Hintergrund, und das war es, was Charlie so fremd erschien: er konnte nicht einen einzigen Menschen sehen, kein Auto fuhr, nicht eines parkte irgendwo. Die Gasse war völlig leer und verlassen und wirkte zudem wie noch niemals vorher betreten.
  Charlie wandte sich zurück, schaute zu den Fußgängern, auf der breiten Straße, wo er Penelope vorher noch gejagt hatte, sie ängstlich in die Kamera gucken sollte, so wie sie es beide verabredet hatten. Die Menschen dort liefen hin und her, nur wenige Meter von ihm entfernt und beachten ihn nicht. Und keiner tat einen Schritt in die leere Gasse, nicht einmal den Ansatz dazu machte jemand, niemand überhaupt sah wahrscheinlich die kleine Straße.
  Wo war er? – Wo Penelope?


(Auszug aus “Augen auf Penelope”)

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CHARLIES MUND IST TROCKEN.

Von Georg Ufer

CHARLIES MUND IST TROCKEN. Er steht vor den Flammen, die aus der feuchten Bodensenke weit in die Höhe schlagen. Er kann Marias Stöhnen hören, sieht, wie sie sich bald erhebt, als käme sie mitten aus dem Flammeninferno, sieht, wie sie auf ihn zutaumelt, stehen bleibt, weitertaumelt, sich die Hände tief in den Leib presst. Er […]

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PENELOPE KAM AUS EINEM DÜSTREN HINTERGRUND.

Von Georg Ufer

PENELOPE KAM AUS EINEM DÜSTREN HINTERGRUND in die spärliche Helligkeit, die sich aus den Lampen über der Bar in den sonstigen Raum ausdehnte. Sie trug ein langes rotes Kleid. Im beinahe gleichfarbigen Lampenlicht war es kaum wahrzunehmen.   Schon gleich, von weitem, hatte Penelope Abraham Gregor zugewunken. Der hatte an der Bar auf sie gewartet, lässig […]

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VON DEM RAUM, IN DEM SIE SITZT, FÄLLT EIN SCHMALER LICHTSTREIF INS SCHLAFZIMMER.

Von Georg Ufer


VON DEM RAUM, IN DEM SIE SITZT, FÄLLT EIN SCHMALER LICHTSTREIF INS SCHLAFZIMMER; die Tür dorthin ist nur angelehnt. Sie schließt die Tür und setzt sich zurück an den Tisch. Sie versucht in ihrem Buch weiterzulesen.
  Von Zeit zu Zeit schaut sie in die Nacht hinaus.


Sie klappt die Seiten zu und setzt sich aufrecht, schließt die Augen und achtet auf ihr Herz. Ihr ist, als würde sie heute einfach ihr Leben begrenzen können.
  Später geht sie zur Tür und löscht das Licht.

(…)
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