Alle Beiträge bei: Augen auf Penelope

REGENNACHT; UND STILLE.

Von Georg Ufer

  Ein trauriges Wimmern, kaum zu vernehmen, manchmal wächst es ins Stöhnen, das Penelope verlassen kann, irgendwie am Knebel vorbei. Stille. – Immer wieder Stille. Unten, vor dem Fenster, läuft ein umschlungenes Paar durch den finsteren Hof. Das Nieseln. (Auszug aus „“Augen auf Penelope”)

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PENELOPE KAM AUS EINEM DÜSTREN HINTERGRUND.

Von Georg Ufer

PENELOPE KAM AUS EINEM DÜSTREN HINTERGRUND in die spärliche Helligkeit, die sich aus den Lampen über der Bar in den sonstigen Raum ausdehnte. Sie trug ein langes rotes Kleid. Im beinahe gleichfarbigen Lampenlicht war es kaum wahrzunehmen.   Schon gleich, von weitem, hatte Penelope Abraham Gregor zugewunken. Der hatte an der Bar auf sie gewartet, lässig […]

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JETZT, ALS SARAH FROR, IM STARKEN LUFTZUG DES FAHRTWINDES.

Von Georg Ufer

JETZT, ALS SARAH FROR, IM STARKEN LUFTZUG DES FAHRTWINDES, öffnete sie die Augen. Das Meer war noch so spiegelglatt wie die Stunden vorher schon. Und, obwohl das Wasser unter ihr wegzugleiten schien, das kleine weiße Boot raste, zu fliegen schien: die Küste kam nicht näher. Hinter ihr, der Motor schrie wie eine kleine Diva. (Auszug […]

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MANCHMAL, DA VERMOCHTE PENELOPE DIE SCHRITTE VON CHARLIE SCHON HÖREN

Von Georg Ufer

MANCHMAL, DA VERMOCHTE PENELOPE DIE SCHRITTE VON CHARLIE SCHON HÖREN, wenn er ihr zu nahe gekommen war. Immer, wenn sie an einer roten Ampel gestoppt hatte, oder in einem zu engen Passantengewimmel nicht mehr schnell genug fliehen konnte. Ängstlich blickte sie ihm entgegen. Und er filmte auch das.
  Diesmal sah sie bisweilen tatsächlich wie Maria aus, dachte Charlie.




Er kam an die Stelle, wo Penelope sich, noch Sekunden vorher, aus einem Fußgängerstrom heraus plötzlich nach links in eine Nebenstraße gelöst hatte. Charlie stutzte und setzte die Kamera ab, sah in die viel engere Straße hinunter, leicht neigte sie sich abwärts, in die Ferne.
  Penelope ging, als wäre niemand mehr hinter ihr her und würde sie hetzen. Hatte sie Charlie vergessen? Fast setzte sie ihre Schritte wie ein Modell. Aber um sie herum und auch weit im Hintergrund, und das war es, was Charlie so fremd erschien: er konnte nicht einen einzigen Menschen sehen, kein Auto fuhr, nicht eines parkte irgendwo. Die Gasse war völlig leer und verlassen und wirkte zudem wie noch niemals vorher betreten.
  Charlie wandte sich zurück, schaute zu den Fußgängern, auf der breiten Straße, wo er Penelope vorher noch gejagt hatte, sie ängstlich in die Kamera gucken sollte, so wie sie es beide verabredet hatten. Die Menschen dort liefen hin und her, nur wenige Meter von ihm entfernt und beachten ihn nicht. Und keiner tat einen Schritt in die leere Gasse, nicht einmal den Ansatz dazu machte jemand, niemand überhaupt sah wahrscheinlich die kleine Straße.
  Wo war er? – Wo Penelope?


(Auszug aus “Augen auf Penelope”)

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CHARLIE UND MARIA HOCKEN AM RAND DER STEILKÜSTE.

Von Georg Ufer

CHARLIE UND MARIA HOCKEN AM RAND DER STEILKÜSTE, mit den Knien in einem dornigen, knöchelhohen Gestrüpp. Sie sehen hinunter auf den einsamen Strand. In der Luft scheint Salz zu stehen, hat sich mit dem herben Geruch der kleinen Sträucher vermengt. Es weht kaum Wind.   Tief unten wartet Sarah und schaut auf die See hinaus.   Als […]

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ER BLICKT AUF PENELOPE HINAB.

Von Georg Ufer


  Nachdem er ihr die Arme und Beine losgebunden und sich ans Fußende gesetzt hatte, da, da hatte sie sich noch nicht bewegt. Gleich zu Anfang nur, als sie wieder frei war, hatte sie die eine Hand zaghaft an das Gelenk der anderen geführt, hatte es vorsichtig befühlt, aber nicht angesehen, hatte aufgestöhnt, hatte sich ihre zerfetzte Kleidung über die freie Brust gezogen, war mit den Augen dabei jedoch immer an der Decke geblieben.


„Lass mich Dir etwas erzählen, ja? – Und höre mir bitte erst nur zu, ja… bitte. – Ich hatte hier schon mehrere Monate gewohnt, hier, hinter diesen Fenstern, und eines Tages habe ich irgendwie bemerkt… aber eigentlich hatte ich es damals auch gleich sehr deutlich gespürt…“, sie wendet den Kopf ein wenig und blickt zu einem der Fenster, die Vorhänge waren von ihm zurückgezogen worden, noch bevor er sie losgebunden hatte; das Fenster war weit offen. „…Da hatte ich damals bemerkt, dass Du mich beobachtest und auch heimlich Aufnahmen von mir machst… Es war seltsam… ja seltsam, dieses Gefühl, an jenem ersten Tag, aber auch an den vielen anderen darauf; und es blieb immer so, wirklich seltsam. Ich kann ´s nicht anders formulieren“, sie blickt wieder an die weiße Decke. „Und dann, nicht viel später war es eigentlich schon, da wollte ich natürlich wissen, wer dieser Mensch… wer, wie sagt man, dieser „Spanner“ ist. – Und dann, ich konnte es erst nicht glauben, dann… dann erkannte ich Dich wieder: Egon Kalb, von allen nur Charlie genannt. – Du warst es… Du bist es.“

(…)


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