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Genre : Feierlich

Nikolaus

Der kleine Gerhardt-Peter stolperte fast, so schnell wollte er aus dem Bett zur Wohnungstür rennen.

“Mach langsam.” Rief ihm seine Mutter noch hinterher und lächelte.

Doch Gerhardt-Peter hatte nur eins im Sinn. So schnell wie möglich, zu seinen, am Vorabend noch gründlich geputzten Schuhen zu kommen. Ob ihm der Nikolaus diesmal das ersehnte Gameboy Spiel mitgebracht hat? Er riss die Tür auf, schaute sich um…, doch seine Schuhe waren nicht zu sehen. Stattdessen lag an der Stelle, an der er sie gestern abend gelassen hatte, ein Zettel.

Darauf stand: “Schön, das man hier noch nette Nachbarn hat. Danke sehr !”

Wollen wir heute jemandem ein Freude machen ?

Katzenlos

Seid gegrüßt Ihr Lieben.

Ich wage es eigentlich gar nicht in den Mund zu nehmen, aber es muß sein: “Weihnachten!”

“Wir schenken uns ja diesmal nichts”, hört man immer öfter. Das Weihnachtsgeld vom Amt reicht eben auch nur für einen Kinobesuch…, alleine. Viele wechseln sich zuhause ja schon ab, beim Weihnachtsbaum sein. Jeder hält die Kerzen mal für eine Stunde.

Iss ja auch blöd, wenn man seinen Lieben nichts schenken kann. Da ist es doch aber schön, aber sich der eine oder andere da nicht entmutigen läßt und eine putzige Idee hat…

In einem Zoo in Zentralchina haben Unbekannte einen Sibirischen Tiger geköpft und gehäutet. Die tote Raubkatzte wurde im Wildtierpark Dreischluchtenwald in der Stadt Yichang (Provinz Hubei) entdeckt, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag. Kopf, Beine und Fell des Tigerweibchens fehlten.

images.jpgTiger vor der Häutung

Die Schlösser der Käfigtür waren aufgebrochen, die Polizei fand vier selbstgebaute Betäubungsgewehre in der Nähe. Tigerfelle werden in China auf dem Schwarzen Markt angeboten, andere Teile der Tiere werden in der traditionellen Medizin verwendet.

Akut vom Austerben bedroht
Nach Angaben des World Wide Fund for Nature (WWF) zählt der Sibirische Tiger zu den akut vom Aussterben bedrohten Arten. In Freiheit lebten nur noch etwa 530 Exemplare, einige hundert weitere in Zoos. (Quelle: Krone.at)

Tja…, fröhliche Weihnachten.

Feste, feste, Frohes Fest

Frohes Fest, feste

„Ja, das Jahr geht nun zuende“
schreibt ein Mensch als Weihnachtsgruß
und „jetzt wird es draußen kälter“
ist das, was ich dann lesen muß.

Als Gedanke steckt dahinter:
WEIHNACHTEN DIESMAL IM WINTER!
Das erzähl ich Schmidtke, denn der
Hat bestimmt keinen Kalender.

Leider war „ein Mensch“ gelogen.
Alle Menschen schreiben das.
Auf Festtags-Briefpapierglanzbogen.
Auch per Rundmail kommt so was.

In der Jahresendabrechnung
wurd ich wohl für wert befunden,
kollektiv beschickt zu werden:
„Ich denk an Dich. Als guten Kunden.“

Schlimm wird’s, gibt’s dann noch Präsente
Nie gewünscht und nicht erbeten:
Weihnachtsfirmenlogoplätzchen.
Ebay-Sterne als Magneten.

Also − wie 08 auch wird,
Eins bleibt davon unberührt:
Zum Ausklang schreibt die ganze Welt,
dass sie mich für dämlich hält.

Weihnachtstraum

Ich hab geträumt der Winter wär vorbei, du warst hier und wir waren frei…, und die Morgensonne schien…
Doch der Traum ist ausverkauft. Nein, bitte weine nicht. Ich geh als Tornado nach Afghanistan. Oder besser als Weihnachtsbaum nach Bagdad? Egal, ich geh. Bleib du nur ruhig hier und geh, wie immer nur zu Heiligabend, in die Kirche und sei ganz still ein Christ. Versteck dich, damit du keine Rute bekommst. Keine Angst, du bist nicht allein. BILD dir deine Meinung oder stirb. Denk ja nicht nach, spür dich nicht, bevor du nicht von der Brücke gesprungen bist, an einem Gummiseil. Eigenverantwortung wird ja auch nicht von der Kasse übernommen. Deshalb sei doch besser wie die anderen, damit du bloß nicht auffällst. Schau nur nicht hin, um Gottes Willen, nein. Werde, verdammt noch mal, bloß nicht wach, sonst siehst du nachher noch die Wahrheit und die kannst du ja nicht vertragen. Ich weiß. Aber verzeih, ich will dir ja nicht das Weihnachtsfest verderben. Ich geh.

Ach, eins noch: Ich wollt es eigentlich nicht sagen, aber Jesus war Aramäer und seine Eltern auch.

Doch lasst uns beten.

Vater unser im Himmel, gepeinigt wird hier dein Name.

Doch vergib uns unsere Dummheit, denn wir wissen nicht was wir tun.

Ey-man!

III

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Was soll man sagen: Das Leben ist so schön.

Geschenke, geschenkt.

Ich nenne keine Namen. Es gibt aber Menschen, die ganz offensichtlich erwarten, dass ich mich bedanke, wenn sie mir zum Geburtstag einen Stifthalter in Form eines nackten Mannes schenken, dem man den Stift in den Anus schieben muss.

Ich tue das auch. Nicht das Bedanken. Das Stiftschieben.

Dem armen Kerl ist eh nicht mehr zu helfen: Ein Mensch, der sein Leben lang mit geöffneter Rosette vor anderen Leuten hockt. Sicher ist das die strategisch effizienteste Haltung für eine Karriere beim Fernsehen. Doch spätestens da geht die unsterbliche Seele vollkommen zurecht stiften. Auch wenn der Notausgang verkorkt ist – sie findet einen Weg aus diesem nicht wirklich sinnstiftend gekrümmten Körper.

Wer solcherart gehaltene Stifte mit Begeisterung nutzt, dessen Schreibe ist auch für den Arsch.

P.S. Solltest Du jetzt denken: Hey, das war doch ein Geschenk. Das sollte man doch nicht so…da kann man doch mal…Vorsicht! Nur ein Moment der Schwäche, ein kurzer Augenblick der Zustimmung – und Du öffnest die Tür zu einem Leben mit endlos vielen Spaßgeschenken. Aufblasbare Torten. Pralinen mit Senfgeschmack. Furzkissen. Sage dann nicht, ich hätte Dich nicht gewarnt.

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Ein selbstgemachtes Weihnachtsgeschenk

Am 23. wurde der Baum geschmückt. Leider ohne mich, weil ich das Geräusch so gerne mochte, mit dem die Kugeln auf den Fliesen des Steinfußbodens zerschellten. Nichts ist vergleichbar.

Selbst wenn man auf die heruntergefallenen Kontaktlinsen unglücklich stolpernder Kontaktlinsenträger tritt, ist das Geräusch vulgär im Vergleich zum feinen Schellen des Vorweihnachtsabends.

Meine kinderzeitbegleitende Christbaumspitzenschmuckfigur war ein Rüschenengel mit goldblondem Haar und einem Kleid aus großweißem Linnen. Dem musste man die Spitze des Christbaumes unter das Kleid stecken… und dann lächelte er die ganze Weihnachtszeit so fein von oben herab.

Ich frage mich heute noch: Ob ich wohl auch so lange zusammenkneifen und mich auf der Spitze halten könnte? Und ob es hier in der Nähe wohl einen Baum gibt, der groß genug ist, dass ich mir die Antwort auf diese dauernde Frage zu Weihnacht selbst bescheren kann?

Wir werden sehen. Erst einmal färbe ich mir jetzt die Haare blond.

Der Heiland ist da

“Erwarte jetzt bloß keine zu großen schauspielerischen Leistungen”, sagte die arme Kirchenmaus zu mir, als wir Heiligabend ins Kirchenschiff hinunter blickten. Wir knabberten an unseren Brotkanten und warteten gespannt auf die Kinder, die in diesem Jahr das Krippenspiel aufführten.

“Lobet den Herrn !”, rief der Pfarrer von der Kanzel.

“Lauter !” hörte man eine Stimme aus den hinteren Reihen. Auch in diesem Jahr war es der Kirche nicht gelungen, genug Geld für Mikrofone zusammen zu bekommen.

“Was hat er gesagt?”, fragte die alte Dame ihren Nebenmann, der sie darauf nur etwas erbost anschaute und “psssssst” machte.
Unter den Klängen von “Alle Jahre wieder”, bei der man der Orgel deutlich anhörte, daß wohl auch für sie nicht viel Geld übrig war, zogen die Kinder, allen voran Maria und Josef, ein. Der Verkündigungsengel, gespielt von der kleinen Helene, stolperte über das selbst gemachte und etwas zu lang geratene Engelskostüm, schlug mit dem Kopf gegen eine Kirchenbank, riss dabei Tobias um, der einen Hirten darstellte und blieb reglos liegen.

“Die schon wieder…”, sagte Marcus, ein zweiter Hirte. “Immer muß die im Mittelpunkt stehen.”

“…auf die Erde nieder”, sang die Gemeinde, denn anscheinend hatte von dem Unfall niemand etwas mitbekommen. Da sich die meisten auch die Ohren zu hielten, um die schrägen Töne der Orgel nicht hören zu müssen, hörte auch niemand das Geschrei von Helenes Mutter, die verzweifelt nach einem Arzt rief und dabei versuchte die alte Dame von ihrer Tochter zu heben, die den Hirtenstab des fallenden Tobias ins Gesicht bekam und bewußtlos von der Bank, direkt auf Helene gefallen war.

Die Krippenspielprozession stand um den gefallenen Engel herum, außer die Kinder die Maria und Josef spielten, die nichts mitbekommen hatten und inzwischen am Altar angekommen waren. Die Orgel hörte auf zu spielen und alle schauten gespannt auf Maria und Josef. Die schauten fragend zum Pfarrer und der suchte seine Brille, da er nicht erkennen konnte, was da im hinteren Teil der Kirche los war.

“Anfangen ! Wir haben doch nicht die ganze Nacht Zeit”, brüllte jemand in der ersten Reihe, während man hinten weiteres Geschrei vernahm.

“Fassen Sie meine Großmutter nicht an !” , fuhr ein Mann Helenes Mutter an, die immer noch versuchte die alte Dame von ihrer Tochter zu zerren. Inzwischen weinten fast alle Kinder. Besonders Jenny, die von ihrer Mutter eine Backpfeife bekommen hatte, weil auf ihrem umgenähten Hochzeitskleid einige Blutspritzer zu sehen waren.

“Und dafür haben wir jetzt drei Monate geprobt”, sagte Marcus.“Ich will nachhause, ich krieg heute ein neues Playstation Spiel.”

“Siehe, euch ist ein Heiland geboren”, hörte man etwas verlegen, von vorne, den Pfarrer.

Auf dieses Zeichen hin begann der Organist, wie verabredet wieder zu spielen und die Gemeide stimmte ein…

“Stille Nacht, heilige Nacht…”

“Ist doch immer wieder schön bei dir, auch wenn ich nur einmal im Jahr herkomme”, sagte ich zur Kirchenmaus.

Treppe

Bilderbogen

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Randnotiz

Lucia

  • Der Garten Eden ist nicht mehr. Aber es schmeckt sehr süß. Blätter fallen und der Teich wächst zu.

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