Bambule Somnambule.

Es ist ja nicht so, dass ich keine vollkommenen Ideen habe. So ist es gar nicht. Ich habe eine Menge davon. Nur schade, dass ich sie meistens vollkommen vergesse.

Da liege ich abends im Bett, und es ist dunkel und still, und dann dauert das gar nicht so lange, bis in meinem Kopf so eine Idee anklopft. Zu der denke ich dann: „Prima, komm ruhig rein. Nein, ich schlafe noch nicht, es passt schon. Jaja, ich hab Zeit. Nur: Schuhe aus!“

Und dann kommt die Idee rein, und am Anfang ist es noch ein bisschen förmlich. Aber dann wird das richtig gemütlich, und wir haben einen Spaß zusammen, und mir wird klar: Das ist nicht einfach irgendeine Idee, die da vorbeigekommen ist. Das ist eine, die ist aber – mein lieber Scholli – nicht von schlechten Eltern. Und wir kommen uns immer näher, und ich ertappe mich plötzlich dabei, dass ich mich frage, ob wir uns vielleicht nicht einfach nur zufällig getroffen haben.

Vielleicht ist das ja Schicksal. Meine Idee fürs Leben. So was gibt es doch.

Das denke ich natürlich nicht so laut, weil ich nicht möchte, dass die Idee diese Gedanken mitbekommt. Vielleicht verschrecke ich sie, wenn ich zu schnell zu viel will. Also denke ich es nur in Gedanken.

Und wie ich so denke: „Geht das denn überhaupt, dass ich an eine Idee denke und dabei Gedanken habe, die diese Idee nicht mitbekommt. Dass ich quasi Hintergedanken vor meinen eigenen Ideen habe?”

Wie ich da so drüber nachdenke, da – ZACK! – schlafe ich ein. Und ich wache am nächsten Morgen auf, und es ist alles weg. Nicht einmal eine Spur von einer Idee. Ich weiß nur noch: die Idee fürs Leben war da. Und jetzt ist sie weg.

Und in der nächsten Nacht schlaf ich dann gar nicht. Vielleicht kommt sie ja doch zurück. Hoffen tut man ja immer – kostet ja nix. Also: ruft mich nachts ruhig an. Ich bin wach.

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