Ich weiß von einem stillen Ort
Den hat ein Mensch gemietet
Auf dass er ihn vor jedem Wort
Und Ton der Welt behütet.
Das Leben, das den Fehler macht,
sich hierhin einzuladen
wird von ihm zum Verstumm’ gebracht
und kann ihm nicht mehr schaden.
So meiden alle diesen Platz
Die von dem Stummbold wissen.
Der Mensch darin, der rührt sich kaum
Er will auch niemand’ missen.
In dieses Schweigen, das er schuf
In einer Nacht wie heute
Kam doch jemand, ganz ohne Ruf
und sucht nach Diebesbeute.
Der Mensch, jeher von leichtem Schlaf,
Hört dieses fremde Leben
Und will es packen, um zur Straf’
Ihm nächtlich Ruh’ zu geben.
Der Dieb erschrickt und schnellt davon
und hat zum Glück gefunden:
Die Küchentür führt zum Balkon
Ein Sprung. Er ist entschwunden.
Der Mensch bleibt wach und denkt bei sich:
Oft kommen Diebe wieder.
Beim nächsten Mal entkommt es nicht
Schwört er und setzt sich nieder.
Die Zeit vergeht. Der Ort bleibt still.
Der Mensch schläft nun am Tage.
Weil er zum Schweigen bringen will
Das Nachtleben, die Plage.
Gut, dass der Ort so still ist, weil
dorthin darf niemand gehen.
Im Dunkeln wartet er mit Beil.
Er hofft aufs Wiedersehen.



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