Das Treffen mit einem sprechenden Tier

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Endlich hatte ich jenem sprechenden Tier alle meine Sorgen dargelegt. Nun schaute ich in sein kleines Gesicht. Ich wollte an seinem Ausdruck erkennen, was mich erwarten würde.
   Da antwortete es mir auch schon ruhig: “Dir geht es ähnlich, wie es mir einst ging. Nur, siehst Du, bin ich jetzt verwandelt. Ich sammle seitdem jegliche Energie in meinem winzigen Körper, um Ruhe anzureichern, bis sich wieder eine Erlösung einstellt. Wenn sie gelungen ist, so suche und suche mich, bis Du mich findest. Ich kann Dir jetzt aber leider nur den Hinweis geben, daß ich beim nächsten Mal ein junges, hübsches Mädchen sein will und obendrein Bäuerin; doch frage mich nicht, was sonst noch werden könnte.”
   Und dann verschwand es in einem nahe gelegenen Fuchsbau, an dem ich später, man wird es schon ahnen, niemals die Fußabdrücke einer jungen Bäuerin entdecken konnte.
   Inzwischen, es sind ja Jahre vergangen, wachsen dort auch schon gesunde, mannshohe Kiefern, und mich bedrängen andere Sorgen, die nichts mehr mit mir zu tun haben. Doch hin und wieder denke ich noch an das Tier. Aber wie an eine Sage.

Gelesen von Sandra Hüller linkhausklein.png

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