Ohne Hafen

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Wir standen auf einem Balkon, in der zwölften Etage. Von ihm aus beobachteten wir, wie, unten am Boden, erst Rinnsale flossen. Und sie kamen aus allen Richtungen.
  Schnell aber war eine geschlossene Wasserfläche entstanden. Die immer mehr anstieg, langsam und unaufhaltsam. Überall dort, wo wir vorher noch niemals Wasser gesehen hatten. Bäume wurden umspült, kleine Mauern, Autos versanken wie Spielzeug. Zwischen den Häusern stieg und stieg, und stieg das Wasser. Ringsum eine wundersame Helle; einsam der blaue Sonnenhimmel.
  Doch, wo kam das Wasser her? Wo würde es enden? Dann, wenn es überhaupt je Halt fände? In zwei oder drei Stunden vielleicht?
  Ein allgemeines Sterben kündigte sich an. In stiller Eintracht. Es war… eigentlich war es, als spürte man nah und fern Liebe.

Gelesen von Sandra Hüller linkhausklein.png

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