Mabuse jr.

Ist so: wenn ich meinen Namen sage, dann überlegen die Leute „Mabuse, Mabuse? Da war doch mal was?!“

Die älteren haben vielleicht auch noch einen Dokumentarfilm über meinen Urgroßvater gesehen. Doktor Mabuse hat ja seinerzeit versucht, mittels Massenhypnose die Weltherrschaft zu übernehmen und eine neue Gesellschaftsform zu gründen. Das hat damals nicht so gut geklappt.

Und an der Stelle komm ich halt ins Spiel. Ich bin der Winfried Mabuse. Ich hab den Familienbetrieb jetzt in der vierten Generation übernommen, aber mit einem grundsätzlich anderen Vermittlungsansatz als mein Urgroßvater.

Ich würde gerne mit Euch ins Gespräch kommen, Ängste und Vorurteile abbauen, Antworten geben: Weltherrschaft… was heißt das eigentlich? Wo sind für den einzelnen Vorteile? Wo sind Nachteile? – Ich hab auch Flyer: „Du und die Diktatur.“ Die sind aber noch in der Druckerei.

In meiner Familie bin ich da gar nicht unumstritten. Meine Großtante, Janina Mabuse-Quandt, meinte gleich, mir fehle der Respekt vor den Familientraditionen. Aber das kennt ja jeder: Man muss irgendwann mal den Mut aufbringen, vor die Eltern zu treten und zu sagen: „Sorry, aber ich quäl mich jetzt nicht in einen Tanzkurs oder lass Zwangsarbeiter meine Weltherrschaft errichten, nur weil Ihr das damals auch so gemacht habt.“

Bei so einem Generationskonflikt ist einfach nur wichtig, dass er in der Kommunikation abläuft und nicht in der Konfrontation endet. Weil es ist einfach ein ungeschriebenes Gesetz: Du kriegst die Welt nicht versklavt, wenn nicht mal die Familie hinter dir steht.

Ich hab mich also mit Großtante Janina geeinigt. Und wir machen jetzt so: Ich hab jetzt ein Jahr Probezeit. Dann setzen wir uns hin und reflektieren kritisch: Gibt es bei den Leuten eine Akzeptanz für meinen sanften Weg zur Weltherrschaft? Oder verrenne ich mich da gerade?

Und im zweiten Fall dann eben Plan B. Dann eben doch der konservative Weg zur Weltherrschaft. Also keine Flyer, sondern doch Massenhypnose und weltweite gedankliche Versklavung.

Also: Es ist Eure Entscheidung. Ich kann Euch nur sagen: Mir ist es wirklich viel lieber, wenn Ihr mir freiwillig zujubelt!

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