TEUTONIKA – Leben in Deutschland

Über Kuscheltiger

Liebes Katerchen,

du hast natürlich recht. Leben und sterben lassen heißt die Devise, nicht wahr?
Aber immer kann ich nicht weg sehen, ab und zu geht meine impulsive Ader mit mir durch. Da hoffe ich auf einen Schub der Einsicht, des Erkennens der eigenen Unzulänglichkeiten. Jedoch stoße ich – erwartungsgemäß – an kalte Wände und hohle Köpfe.
Man kann nicht sagen, dass ich enttäuscht bin. Viel eher ist es so, dass mich eine Antwort oder ein positiver Wendepunkt weit mehr überraschen würden. Dennoch kennst du das bestimmt: Einige Dinge muss man einfach los werden, auch wenn es eher zum Ritus degradiert wird, denn zur Ernsthaftigkeit. Ich kann morgens nicht aufstehen, ohne mich richtig ordentlich zu recken und zu strecken, einen kräftigen, herzhaften und lauten Gähner von mir zu geben und so den Tag auf meine spezielle Art zu begrüßen.
Und genauso wenig kann ich ignorieren, wenn ich ein Blatt Papier sehe (resp. weiße HTML-Seite mit schwarzer Schriftculör) auf dem in schwarzen Lettern gequirltes Braunes steht.
Da macht es Zappzarapp und mir wachsen Hörner, ich stoße dann vor, versuche einen Hintern zu treffen oder wenigstens eine Wade, damit es sticht und schmerzt und der Andere lange daran zehren kann.
Das würde natürlich ein gewisses Interesse oder eine moralisch verwertbare Geisteshaltung implizieren, die meist verzweifelt gesucht werden darf. Aber sind die Hörner erstmal draußen, gibt es kein Zurück.
Bestimmt kennst du das.
Eigentlich bist du ein Raubtiger. Ein kleiner zwar (abgesehen von der inneren Größe natürlich), aber du stammst von ganz großen und gefährlichen Nicht-Knuts ab. Und sicherlich gibt es Momente, da du es nicht verleugnen kannst, wenn es einmal mit dir durch geht.

Jens Jessen schiebe ich neuerdings übrigens auch in die Kategorie “Kuscheltiger”. Einer der auch mal auf den Putz haut wenn ihm was nicht passt und ansonsten normaler Kuschler ist wie alle anderen Katzenarten.
Dass auf solche Sätze – wie der Kuscheltiger sie in den Äther schickt – ein FJW direkt drauf anspringt war mir im Übrigen völlig klar, dafür ist er genau der, der er eben ist. Alles andere hätte mich schockiert und an Zensur denken lassen.

Harren wir also der Dinge und wenden uns vielleicht einmal weg von den Markos und hin zu wirklich interessanten Dingen.
Wort des Jahres 2008 könnte “Migrationhintergrundsjugendlicher” werden.

Deine Therese

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