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'Essays'

Volksbühne Berlin: Der unsichtbare Gott.

Der Winter zeigt ein weißes Rauschen, aber Stefan Rosinski, der Chefdramaturg der Volksbühne Berlin, bleibt aufrecht.  Engagiert hält er in seinem blog an der Frage nach einem Subversions-Auftrag von Theater fest. Die gute Frage, was sollen Zuschauer im Theater? Was sollen sie mitbringen, was mit nach Hause nehmen? Ihr zu Hause – das eine Gesellschaft ist.

Revolutionen, weiß er, brauchen ein kollektives Subjekt, das einheitsstiftend und repräsentativ angesprochen werden kann, damit sich eine Änderung der  – herrschenden – Verhältnisse vielleicht auch im Theaterspiel als Wechselspiel mit dem Publikum herbei imaginieren lässt. Aber das kollektive Subjekt, dessen Rosinskis Volksbühne bedarf, um einen – ja – vielleicht – verändernden – Subversionsauftrag innert herrschender Verhältnisse an den Mann/Frau zu bringen, ist zerfallen in das Personengestöber der Leute und der Differenzen.

Die Armen und Notleidenden dieser Welt seien eine sprachlose Menge, aber das Theater könne nicht mehr so naiv sein, ein repräsentatives Sprechen “über” Armut, Not und Verunsicherung einfach in seine Auslagen zu nehmen. Denn jedes repräsentieren wollende Gestikulieren oder Sprechen “über”  – vereinnahmt den Besprochenen und löscht ihn damit als “Anderen” aus.  Rosinski nennt diese Einsichten,  ein “sich ehrlich machen” von Stadttheatern.
Ist das eine  – vielleicht notwendige – Variation auf ein theologisches Bilderverbot?

Der  von dem revolutionsbefeuernden Potential der Volksbühne erwärmte Leser des Rosinski-Artikels bekommt darauf seine Abkühlung. Was? Kein kollektives Subjekt mehr? Eine schlechte Nachricht, die hier auf den Samtkissen von Marx- und Foucauld-Zitaten dem bangen Sehr-Gerne-Revolutionär von der indischen Intellektuellen Spivak überreicht wird.
Die Nachricht scheint Rosinski so “ungeheuerlich” brisant, dass er sie nicht selbst denkt – dafür  vorsichtig von der korrektesten Hand, die man sich vorstellen kann, überreichen lässt: Spivak. Frau. Inderin. Intellektuelle. Derridaübersetzerin.

Zusammen mit Spivak dämmert auf, dass womöglich der Komplex der postmodernen Ästhetiktheorien samt 1000 Deleuze-Plateaus, Rhizomatik, Grammatologiemätzchen und Simultansimulationen eventuell nicht ganz unschuldig an einer solchen Zerstäubung sein könnte.
Diese, dieses oder das, hat womöglich zur Zerstäubung beigetragen und die “Begehrens – und Machtsphären” in den ontologischen Häcksler der Nichtidentitäten gesteckt, an dessen anderem Ende dann nur noch Differeancekompost heraus bröselt. Auf dem Differancekompost wächst dann irgendwann die böse Kompostkulturpflanze “Kapital” womöglich besonders gut. Aus der Kultur-Industrie ist die Adorno-Industrie geworden. Warum Adorno-Industrie?  Soll gleich überlegt werden.

Eine Lehre von begriffsgeschichtlichen Entwicklungen heute: Konzepte – in dem Falle das Konzept der “Nichtidentität”, und die gesamte Postmoderne könnte man politisch und ästhetisch auch als Adorno-Derivat der Nichtidentität betrachten – werden von den Nachfolgern unweigerlich in einer Art Diskurs-Industrie  gebrauchsfähig gemacht – ergo: in ein Identifikations-Gestell hineingestellt.

Man kann es so sagen: Hegel selbst war kein Hegelianer, Marx selbst war kein Marxist, Kafka selbst nicht kafkaesk und Adorno kein Adornojaner, und Deleuze selbst war kein Rhizom. Es sind die nachfolgenden Generationen, die Schüler, Adepten, Exegeten, die aus Gedanken Lager gründen,  Produkte oder Artikel herstellen. Arbeitsprogramme. Spielpläne. Namen. Funktionen. Anwendungen. Und das erst…wird dann wirksam. Kumulativ ökonomisch. Gebrauchend und verbrauchend oder auch: gesprächsmächtig. Wer hätte gedacht, dass sich heute ungefähr 80 Prozent unserer Ökonomie von der Nichtidentität ernährt. Ich schätze, ungefähr 70 Prozent des Bruttosozialprodukts werden mit Adornos Nichtidentität verdient. Wenn nicht sogar mehr.

Zunächst paar Adornoklassiker:

“Der Gegenstand der Ästhetik bestimmt sich als unbestimmbar, negativ.
Deshalb bedarf es der Philosophie, die sie interpretiert, um zu sagen,
was sie (die Ästhetik, Kunst) nicht sagen kann, während es doch nur von
Kunst gesagt werden kann, indem sie es nicht sagt.”

(Adorno, Ästhetische Schriften)

“Kunst ist nicht nur der Statthalter einer besseren Praxis, als der bis heute herrschenden,
als ebenso Kritik von Praxis als der heute Herrschenden, als der brutalen Selbsterhaltung
inmitten des Bestehenden und um Seinetwillen…..”

(Adorno, Ästhetische Theorie)

und noch ein drittes :

“Philosophie, wie sie nach allem allein zu verantworten wäre, dürfte nicht länger des Absoluten sich mächtig dünken, ja müsste den Gedanken daran sich verbieten, um ihn nicht zu verraten. Und doch vom emphatischen Begriff der Wahrheit sich nichts
abmarkten lassen. Dieser Widerspruch ist ihr Element. Es bestimmt Sie als negative.”

(Adorno, Ästhetische Theorie )

Deleuze, Derrida und das etwas neuere Zertifikat Georgio Agamben sind, politisch gelesen, Adorno-Derivate. Sie haben es dem intellektuellen “Diskurs” ermöglicht, mit Adornos “Nichtidentität” weiterzumachen, als dieser schon bissel aus der Mode war, ohne dass es weiter auffiel. Sogar der Pop, in dem Moment, als er seine Theoretiker bekam, wurde adornofiziert.
Alles, was eine Interpretationsmaschine an ein “Ungesagtes” anschließt, schließt sich gewollt oder ungewollt -  an Adorno an.

Hier kann nun vermerkt werden, dass weder Adorno noch die Postmoderne das Konzept der “Nichtidentität” oder der “Strukturen” erfunden hat. Sie hat es nur wiederbelebt. Weil es eigentlich ein mystisch theologisches Konzept ist, dass Eckhard von Hochheim (Meister Eckard) im 13. Jahrhundert bereits sehr knackig formuliert hat.

Zitat Meister Eckhard:

“Gott ist nicht Wesen noch Güte. Güte klebt an Wesen und ist nicht breiter als Wesen, denn wäre nicht Wesen, so wäre nicht Güte, und Wesen ist noch reiner als Güte. In Gott ist weder Güte noch Besseres noch Allerbestes.
Wer sagte, dass Gott gut sei, der täte ihm ebenso unrecht, als wer die Sonne schwarz hiesse.”

(…)

“Das verborgene Dunkel der ewigen Gottheit  ist unerkannt und ward nie erkannt und wird nie erkannt werden. Die Selbsterkenntnis des Einen kann nur im Weltlichen stattfinden, da das Erkennen eine Struktur der Welt ist.”

Meister Eckard, Was ist Gott.

Bei Meister Eckardt im 13. Jahrhundert also steht Gott jenseits von Moral und jenseits von Wesenheit. Man könnte sagen, er fehlt. Er ist ein Fehler. Aber dieser Fehler definiert überhaupt erst das (dynamische?) Sein als Struktur und diese Struktur ist ein Erkennen. Erkennen als Handlung, nicht Erkenntnis als Bild

Vielleicht ist Eckard von Hochheim der heimliche, der eigentliche Philosoph unserer Zeit.
Erkennen ist eine Struktur der Welt.

Aber: Was gehört dann eigentlich nicht zum Erkennen?

Man kann sehen, dass Adornos negative Dialektik mit Meister Eckards Predigten überstark flirten, und das Konzept von Nichtidentität eine verkleidete Form der Theologie genannt werden kann. Ebenso steckt auch sehr viel Derrida schon in diesem Meister Eckard: “Erkennen ist eine Struktur der Welt” – das ist eine Menge Postmoderne für’s 13. Jahrhundert.

Die Postmoderne bindet oder band  sich zu großen Teilen wieder an die negative Theologie der Mystik. Ihr Gott ist allerdings jetzt eine Leerstelle, die sie “Nichtidentität” oder “Struktur” nennt – oder “Spielen” oder “Arbeiten” oder “Fluxus” oder “Spontanität”

Das Geheimnis unserer Zeit scheint zu sein, dass dieser unsichbare Gott der Nichtidentität unsere scheinbar so säkularisiert sich gebärdende Moderne, eigentlich zu einer theologischen macht. Wir sind garnicht säkularisiert. Wir leben immernoch in einem theologischen Gesprächsraum der Bilder-Verbote, der Repräsentanzverbote. Der Gott ist ein unsichtbarer Gott der Nichtidentität. Aber weil er so garnicht da ist, so garnicht identisch, muss er permanent produziert werden, angepasst werden und angesprochen.

Und diese theologische Nichtidentität treibt die Märkte in die Andersheitendynamik, in der morgen die Version 2.0 anders anders ist, als die Version 1.0 heute war. Die scheinbare Nichtveränderbarkeit der Gesellschaft als Ganzes lebt sich in einer rasanten Dynamik der permanenten technischen Veränderungen aus. Und diese Dynamik braucht die Nichtidentität als Pseudolücke, die notwendig ist, um Unterschiede zu produzieren. Distinktionen.

Das Kapital der Unterscheidung. Viele Kulturverschworenen vergessen immer mal wieder, obwohl sie es eigentlich wissen,  dass die Ökonomie heute zu einem starken Anteil eine ästhetische und philosophische Ökonomie ist. Der Anteil des Funktionalen als der instrumentelle Gebrauchswert von Dingen und Produkten und Funktionen wird heute stark überragt vom ästhetischen und diskursiven (philosophischen) Wert einer Sache. Die Dinge und die Technik selbst sind stark philosophisch und ästhetisch geworden. Und seit einiger Zeit stellt sogar das “Spielerische” einen ökonomischen Diskurswert da. Der Claim einer Canon-Digitalkamera heißt ja nicht: Komm arbeiten. Er heißt: Komm Spielen. Das könnte man auch aufs Dach der Volksbühne schreiben.

In solchen Zusammenhängen hat es “Subversion” schwer. Den jede Subversion produziert zunächst wieder nur eine neue Unterscheidung.

All diese ästhetisch diskursiven Werte definieren über die Pseudo-Lücke der Nichtidentität die Unterschiede zwischen Dingen und Personen, Augenblicken, Orten etc.. Und jeder Unterschied, der bewusst bestritten wird, in dem er sich selbst bestreitet, ist heute automatisch ästhetisch-technisch und damit ökonomisch brauchbar, weil kommunikabel. Aber zugleich auch niveliert, weil sozial gleich-gültig. Identifiziert werden  nicht Identitäten, sondern Unterschiede. Der allergrößte Unterschied macht dann immer den Hype aus. Dass viele sich ein i-phone zulegen, trägt die ironie, dass alle das Ding wollen, dass “am meisten anders ist” Die Kategorie des “Neuen” wirkt hier als Verstärker der Kategorie “Anders”.  Keine neue Erkenntnis. Die berühmte Individualisierungsfalle.
Ein Grund, warum aus den drei genannten Adorno-Zitaten eine ganze  sozusagen theologische Adorno-Industrie ausfloss. Eigentlich eine Meister Eckard-Industrie. Dafür kann Adorno nichts, aber es bleibt ein Fakt. Weil das, was die Ästhetik der Produktion und die Ästhetik der Ökonomie nicht sagt, das Nichtidentische wird zum Hinterhergesprochenen, in die Pseudo-Lücke der Nichtidentität hineingesprochen und dann kenntlich gemacht.  Als “Unternehmensphilosophie” die immer bereit ist “Interpretationsarbeit” an ihrem Produkt zu verkaufen. Insofern sind auch Diskurse zu den Konsumenten und Produzenten zu zählen. Diskurse kaufen und verkaufen Nichtidentitäten, indem sie Unterschiede besprechen, “bestreiten” -  werden Unterschiede erzeugt und erregt. Ich kaufe und begehre heißt zugleich: Ich interpretiere Nichtidentisches und unterscheide.

In diesem Zusammenspiel liegt auch ein Geheimnis des Ökonomie.
Das Begehren, der Eros, will immer das Andere.
Der Eros will den Unterschied. Man könnte auch sagen: Die Gene wollen die Mutation und die Diversifikation. Die Nichtidentität. Deshalb ist Adorno heute ökonomiekonform, weil seine Nichtidentität die Pseudolücke ist, die irgendwann als Marktlücke entdeckt und dann ökonomisiert wird.

Als Industrie der Ästhetik und Distinktion, die sich als ein Begriffetauschhandel an den Diskurs – Interpretations – und Unterscheidungsbörsen fest etabliert hat, mit entsprechenden Umsätzen im Distinktions-Währungshandel der Andersheiten und den Regularien der verarbeitenden Begriffs – und Metaphernwirtschaft unter Theoriejockeys, Bescheidwissern, Trendsettern, Unterscheidungsprofis und Early Adopters oder Last-minute-Theroetikern.
Adornos Verdacht, dass die Ökonomie Identität als herrschendes Prinzip an den Warenfetisch (Marx) koppelt, der dann wieder in Repräsentation die Machtsphären der herrschenden Verhältnisse bestätigt, kann heute glattweg gekontert werden.
Nicht die Identität ist heute “herrschaftsbindend”, sondern die Nichtidentität, sprich: Der Unterschied, der Nichtidentität braucht, um sich als Unterschied zu etablieren. Sage mir, wie anders Du bist, und ich kenne deinen Wert. Die  Ökonomie will nicht Identität, sie will die Differenz, den Unterschied.  Jeder ist für sich – so dermaßen anders,  dass wir uns als Ganzes nicht mehr ändern können. Darüber und daneben aber läuft ein permanentes hyperdynamisches Änderungsprogramm von Version zu Version: Änderung 1.0 wird morgen Änderung 2.0 u.s.w.

Es ist also garnicht so, sondern ganz anders.

So kann man die Ökonomie der Nichtindentität auch als Andersheitsökonomie beschreiben, die das von Rosinski so dringend gesuchte kollektive Subjekt in eine Kakophonie aus Seelenklingeltönen zerlegt, die sich nur noch schwerlich zu einem gesellschaftlichen Orchester vereinigen.

Seelenklingeltöne, die allerdings oft etwas hölzern klingen.

Und Rosinski nennt das einen “fürchterlichen Verdacht”.

Anstatt aber nun diese sozioökonomische ästhetisch-ökonomische Escherfigur einmal darauf hin zu untersuchen, warum genau sie sich bilden konnte und was ihr innerer Movens ist, weicht Rosinski mit einem Roland Barth – Zitat in den Karneval aus.

Das alte Spiel von Identität/Nichtidentität spielen Theater gerne durch an dem Synonym
Repräsentanz/ Nichtrepräsentanz.

Klar, die ungebrochene Repräsentanzgeste des guten alten Schauspielertheaters, das vom hell heiligen Bühnen-Podium ins Dunkelverdorbene des Zuschauerraums autoritär hinein gestikuliert, ist ja seit gefühlten 500 Jahren uncool. Zumindest in der Volksbühne Berlin. Und nicht nur ein Rene Polesch führt das als Adorno-Derivat seit einiger Zeit diskursiv erhitzt immer mal wieder auch sehr unterhaltsam vor. Rosinskie meint: Man wisse zwar, dass es ein kollektives Subjekt nicht mehr gebe, ebenso wisse man, dass keine “repräsentativen” Gesten oder Sprachen mehr ausgelegt werden könnten, die “für” Andere sprechen, aber irgendwie könne man ja als “Forum von räsonierenden Privatpersonen” nicht weise abseits stehen…und müsse Dinge weiterhin ansprechen…. ( Neue Bescheidenheit der Volksbühne Berlin: Forum räsonierender Privatleute.)

Aber: Die Sprachlosen der Straße? Stimmt das denn? Als sei die Volksbühne Berlin
jemals angetreten, Mario Barth das Olympiastadion oder Cindy aus Marzahn das
Publikum streitig zu machen.

Also überlegt der Chefdramaturg, das untote kollektive Subjekt imaginär zu installieren,
um es aber gleichzeitig “wieder durchzustreichen”, denn man wisse ja wie “prekär” ein
solches Vorgehen sei….usw.

Etwas zu imaginieren und es gleichsam wieder durchstreichen – Nichtidentität?

Am Ende soll es die “Arbeit” richten. Nicht die verabredeten Gesten und Sprachen,
aber die Arbeit an der Geste, die Arbeit an der Sprache soll es richten.

Rosinski:

“Dass Arbeit sichtbar wird, scheint aber die mindeste Voraussetzung für jede Art von Revolution. Vorher braucht man davon nicht zu sprechen.”
“Arbeit” ist jetzt das neue Schlagwort der Volksbühne.
Es liegt einem irgendwie auf der Zunge: Macht Arbeit jetzt frei?

Hier klingelt aber jetzt der Klinglton und er klingelt wieder nach dem, was die Volksbühne immer schon gemacht hat, dort, wo sie besonders unterhaltsam war. Fluxus. Eine der beliebtesten Konzeptderivate, die man immer dann aufsetzen kann, wenn man  Konzepte eigentlich aus guten oder schlechten Gründen ablehnt.   Lass uns kein Projekt zeigen, sondern das Suchen nach einem Projekt, na ist doch schön. Und meint letztlich: Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es, (Erich Kästner)

Insofern begibt sich jetzt die Volksbühne auch auf die Spuren Meister Eckards. Sie verbietet sich das Bild oder die Sprache der Repräsentation – und nimmt “die Arbeit” selbst als Erkennen, als eine Struktur der Welt, die im Wirken die Repräsentation meidet.

Meister Eckardt schreibt:

“Wer von Gott als Gottes Sohn geboren ist, der liebt Gott um seiner selbst willen, das heißt: er liebt Gott um des Gott-Liebens willen und wirkt alle seine Werke um des Wirkens willen.  Eckardt von Hochheim, Buch der göttlichen Tröstung

…wirkt alle Werke um des Wirkens willen

Man soll Gott um des Gott-Liebens willen lieben und alle Werke um des Wirken willen wirken. Das ist eine Gebrauchsanweisung für den  Fluxus aus dem 13. Jahrhundert. Wenn das nicht eine negative Theologie genannt werden kann, dann weiß ich nicht.

Wer weiss. Manchmal hilft ja auch einfach eine konzeptionelle Atempause. Die besten Einfälle kommen immer, wenn einem nichts mehr einfällt. Wichtig bleibt, wie das mal der anderer Chefdramaturg Hegemann hinterhältig ausgedrückt hat:
Auch in der Volksbühne Berlin müssen die Schornsteine rauchen. Was da drinnen kokelt, ist nicht immer ganz so wichtig. Und wenn es Spaß macht und Zuschauer lockt, ist die Welt in Ordnung.

Andererseits:

Ein sich als “subversiv” definierendes Forum räsonierender Privatleute wie die Volksbühne Berlin könnte sich auch von einer anderen Seite ihrem Thema “Gesellschaft” nähern. Anstatt die ollen Kamellen “Repräsentanz” und “Sprachlosigkeit” und “Nichtidentität” aufzuwärmen, wäre es eine ernsthafte Geste, sich mit den Mediamärkten und Fussballstadien solidarisch zu erklären, weil dort die “Sprachlosen” sich aufhalten, die Rosinski ganz romantisch immer noch massenweise auf der “Straße” vermutet. Auf die Idee, dass das abhandenkommende “kollektive Subjekt” seine Sprache in Wechselwirkung von Funktion nach Dysfunktion von Qualifikation und Disqualifikation von Lese nach Auslese peu a peu mit der immer sprechender werdenden Technik abtauscht, kommt Rosinski nicht. Stattdessen bemüht er die  Zitatenmühle der Theologie von Nichtidentität, um für die vielleicht letzte Legislaturperiode von Castorf den Schornstein zu heizen. Ein kollektives Subjekt soll imaginiert und gleichzeitig durchgestrichen werden. Naja. Die ganz oben gestellte Frage würde ich mir so beantworten:

Solange die “intellektuelle Produktion” von Theater nach den Gesten und ihrer Sozialität unter Gesten allein fragt, nach dem Gewissen, seiner Solidarität, seinem Gerechtigkeitsempfinden, seinem Genießen, seiner Frustration, seiner wie auch immer zersiedelten oder depravierten oder globalisierten Psyche- und all diese Haushalte mit den Mitteln des Spiels, der “Arbeit”, der geformten Gesten und Sprachen ebenso wie mit geformten Nichtgesten und Nichtsprachen in Pathos oder Nichtpathos, in Räumen oder Nichträumen, ironisch oder nichtironisch, in Szenen oder Nichtszenen zwischen Schauspielern und Spielschauern heißblütig oder kaltblütig irgendwie auf die Sprünge helfen möchte – solange verteidigt dieses Theater vorbildlich die innere Moral seiner eigenen Biologie, die in Zeiten von Flickr und Onlinepoker eine “reine” Theaterbiologie ist, und die sich selbst von der soziotechnologischen Verkopplung da draussen – weiterhin entkoppelt – pflegt – - als Theologie der Nichtidentität, und erzeugt damit doch nur Biogesten des Nurpsychischen, die es dann als Biozeichen in den Kommunikationshandel von Sinnlichkeitszeichen, seiner Gerüche, seiner Gefühle, seiner impulsiven und spontanen Elemente der biogestischen Verarbeitung als Bio-Arbeit in den Markt aller Biogestiken einspeist.
Theater braucht die (mystische) Theologie der Spontanität, des organisch “wirkenden Wirkens” der Biologie und des Körpers, um als Theater zu funktionieren, das ist heute sein Segen und sein Fluch. Insofern ist noch die abgerissenste und authentischste Konfliktarbeit im Umfeld von Theater sehr anschaulich und mental haptisch. Im besten Falle liefert solches Theater einen Manufaktum-Effekt oder eine Manufaktumindustrie der Gefühle: Es gibt ihn noch, den guten alten Konflikt. Die gute alte Verunsicherung. Das gute alte Gefühl. Die gute alte Spontanität. Den guten alten Arbeitslosen den guten alten Globalisierungsverlierer etc….Eine etwas andere Übersetzung für die Adorno-Industrie, die jetzt langsam in die Manufaktumkataloge abwandert und dort das gute alte Nichtidentische in den Komunikationsmarkt einspeist.
Die “Gesellschaft” aber wird davon aufs Ganze betrachtet nicht gestört. (Wenn das denn angestrebt sein sollte.) Das muss sie ja auch nicht. Denn sie speist ihren Veränderungsimpuls heute sofort in die Technik. Noch bevor an der Volksbühne Berlin zwei Dramaturgen gewechselt haben, sind online schon 5 Generationen von Flash-Programmen über den Jordan gegangen.
Gewonnen im Sinne von Aktivierung oder Veränderung wird mit diesem Theater vielleicht eine Art “Seelenlärm” – wie der Expressionismus vor hundert Jahren einmal bezeichnet wurde. Heute könnte man dem noch den Soma-Pop und die somatische Religion (Lem) und die Bio-Gestik hinzufügen. Es wird das Theater als diskursives Biogestell oder biologische Anstalt zum wiederholten Male installiert. Auch das kann eine legitime Funktion sein, als Memorial.
Solange, bis nicht mehr nur zwischen Bioklassen unterschieden werden muss, dafür zwischen Bio-Massen. Wobei die eine Biomasse als technologisch anschlussfähig und gestisch qualifiziert sich in die Zukunft einspeist, während der andere Teil als nichtadaptierbar in die Biotonne der Perspektivlosigkeit entsorgt wird – dann als ein Rest, sozusagen als das Humanplankton von Marzahn. Bei freiem Eintritt aber ohne Gage und ohne grünen Punkt.


Charlie Brown: When the music stops…

Ein kleiner Trick wird gegen Schüchternheit empfohlen. Wer es
nicht gewohnt ist, allein und frei vor einer größeren Gruppe
von Zuhörern eine Rede zu halten, dem rät man, sich das
lauernde Publikum während des Vortrags nackt vorzustellen.

Das soll die Exponiertheit des Redners abgleichen
ihm einen Gegenüber-Blick geben, und ihn so innerlich
wiedereingliedern in die Gemeinschaft, in der keiner wirklich
ganz nackt oder ganz bekleidet dasteht.

Ein Anlass zur Überlegung. Ob so eine Form der ausgleichenden
Moderation auch auf größere gesellschaftliche Gefüge anwendbar wäre.
Wie kann man das einzelnes “individuelle Schicksal” sich vor einer
versammelten Menge von verschiedenen “zuhörenden Schicksalen” gestellt denken,
wo es dann über seinen ganz eigenen Ort Auskunft geben soll, in freier Rede,
ohne dabei in Verlegenheit zu geraten.

Wer spricht, muss immer gewahr sein, dass tausend Andere nicht sprechen.
Und wer ein allgemeines abstraktes Wort an Zuhörende richtet
wird irgendwann noch einmal steng ins Verhör genommen vom sehr Konkreten,
dem Sinnlichen des Moments. Ex nunc. Aus dem Jetzt.

Musical Chairs oder die Reise nach Jerusalem.

Das so genannte kollektive Unbewusste soll nach C. G. Jung
eine evolutionär gewachsene Kondition sein, die
Gemeinschaften formt, ihr Verhalten bestimmt – ihnen geradezu
eine Psyche zuschreibt. Aber ungeschrieben. Nonverbal.

Wenn man sich den Ablauf des Spiels vergegenwärtigt,
könnte man die These vom kollektiven Unbewussten beinahe glauben.
Das kollektive Unbewusste als ein Anonymus, der solche Spiele erfindet.

Das Spiel, seine bildgebender Ablauf oder sein ablaufendes
Bild, hat diese Simplizität, die unangenehme Stimmigkeit
von Redensarten und auch die weitreichende Präzision
von Kindermärchen, die jeden umständlich sortierenden Soziologen
neidisch verstummen lässt.

When the music stops….

…das bängliche Rumpeln und Drücken, das Fühlbarwerden der
surrenden Nano-Angst vor dem Platzverlust; die sich auf die Stuhlsitzflächen
geradezu hinunter bombenden Existenzen. Ein kurzer Moment der Stille.
Die Erleichterung, es diesmal, wieder einmal, noch einmal, auf einen Stuhl
geschafft zu haben. Und: Der Blick oder die Blicke auf den, der stehen blieb, der übrig blieb,
und jetzt – nun ja – eben gehen muss – ausgeschieden.

Ein nicht ganz lustiges Spiel, aber immerhin und vielleicht deshalb: Auf der ganzen Welt bekannt.
Von Österreich bis zu den Phillipinen.

Die schräge Empfindung, when the music stops, der gefühlte Kitzel
von postfreundlichem Durchsetzungsakt und dem noch einmal
glück-gehabt-habendem Davongekommensein in Tauglichkeit
für die nächste Runde.

Eine voreilige Metapher würde hier vielleicht von
Ellenbogengesellschaft sprechen oder von Verdrängungswettbewerb.
Dabei regiert hier lediglich eine Regel, vor der im Grunde ausnahmsweise alle
Menschen gleich sind. Die eine Regel, ist die der Routine, der Ronde, der Wiederholung.
Die Rotation als dynamische Form der Kopie von Halbumlauf zu Halbumlauf.
Teilhabe von allen an einer kreisenden Bewegung.

Der Plattenspieler. Die Musik.

So einigen sich Gesellschaften überhaupt zu bewegten Formationen.
Man ist sich grundsätzlich darüber im Klaren, dass alle Bewegung nur motiviert
sein kann, wenn da an irgendeiner Stelle ein Verlust reguliert ist.
Der Mangel, das Fehlen eines Stuhl ist das, was die Stühle so wichtig macht,
und jedes Platzhaben ist nie so ganz selbstverständlich.

Ist es das, was die Lebensphilosophie als Elan Vital (Bergson) oder
mit dem “Willen” (Schopenhauer) meinte?

Und zum zweiten – der Fehler. Das Aussetzen der Musik.
Der Moment der Entscheidung.
When the music stops. Man könnte auch sagen:
Der Fehler macht Entscheidung zugänglich und abgänglich.
Eine Ordnung öffnet sich für den Verlust von Ordnung um sich – zu ordnen.

Ein Stuhl wird beiseite gestellt. Und einer kann, darf, muss, soll – gehen.

Anderseits: Sie oder er hat es hinter sich.

Warum das Spiel nicht nur und nicht vordergründig als darwinistisches
Auslesespiel gelesen werden kann, wird klar, wenn man die Wertung
umdreht. Man kann sich nie ganz sicher sein, ob die auf die Stühle sich hinunter
werfenden immer und ewig – - die Gewinner sind.

Gut, in dem Spiel gewinnt der letzte, ganz klar.
Aber in einem erweiterten Bild nicht unbedingt.

Es kann auch lebensrettend sein, einen Marktplatz vorzeitig zu verlassen,
oder zum richtigen Zeitpunkt aus einem Spiel auszusteigen.
Aktieninhaber wissen es.

When the music stops…

…kann auch bedeuten: Glück der Bewegung. Der Ausgeschiedene darf sich weiter
bewegen. Er darf gehen. Ist entlassen. Er investiert jetzt woanders.
Oder: Er verlässt das Caffee, noch bevor die Bombe hochgeht.
All die Stühle haben nun keine Zukunft mehr. Sie werden immer geringer
Und wer zuletzt noch sitzt, der hat verloren.
Dann ist da – auf dem letzten Stuhl – nichts mehr
zu wollen.

Stühle sind attraktiv, solange sie umrundet werden.

Die moderativen Qualitäten des Spiels, wenn man das als Bild nimmt,
zeigen sich in dieser Zweideutigkeit. Es kann sein, dass ausgerechnet
der letzte auf dem Stuhl nur noch ein Verwalter einer überkommenden Routine ist.
Der übrig gebliebene Rest eines xmal sich kopiert habenden Vorgangs
Kein Gewinner mehr, eher ein Ewigsitzender.
Weil die Menge, die Gemeinschaft, sich längst woanders aufgestellt hat.

Das Abseits ist nun kein Abseits mehr, dafür der Platz von fast allen.

In sozialen Bewegungen kann das Spiel hineingelesen werden.
So, wie es heute noch einen Gewinn verspricht, einen Platz zu verteidigen.
Aber genau diesen Platz will nach der nächsten Umdrehung niemand mehr haben.
In der kommenden Epoche, und es kommt immer eine nächste,
war es womöglich ganz falsch, je auf einem solchen Stuhl gesessen zu haben.

Die Zukunft, und dieses Spiel handelt auch davon, findet immer dort
statt, wo sich Mehrheiten sammeln. Damit ist noch nichts über die Qualität
von Zukunft gesagt.

Biologen wissen heute, dass in der Reproduktionsmaschine
von Zellen eine hochempfindliche Ballance zwischen Reproduktion (Kopie)
und Reduktion (Fehler, Mutation) eingestellt ist. Auch hier spielt die
Natur offenbar das selbe Spiel. An den Enden der Chromosomen
sitzen Teleomere, deren Zahl im Laufe des Lebens von Kopie zu Kopie
abnimmt. Dabei nimmt die Wahrscheinlichkeit für Kopierfehler langsam zu.

Gäbe es eine Regelung, die vorsieht, jedes neu vereidigte Ministerkabinett
dieses Spiel vor laufenden Kameras spielen zu lassen oder in großen
Konzernen das Management zu verpflichten, einmal im Jahr vor der Belegschaft
die Stühle zu umrunden – unser Verhältnis zur Politik, zur Ökonomie,
zur Öffentlichkeit als solche, und zu den jeweiligen Figuren, die hier ihre
Runden drehen, würde sich anders darstellen. Vielleicht moderierter, entspannter.

Möglich, das Spiel erzählt sogar einen physikalischen Seins-Ablauf
Eine Ordnung verändert sich, indem sie streut, peu a peu
an das Offene abgibt. Die Anzahl der Stühle nimmt ab,
die Moleküle einer Formation streuen. Dabei kopiert sich ein Vorgang.
Man könnte auch sagen: So existiert diese Ordnung, in dem sie abgibt.

Oder als ein Prinzip von Wahrnehmung: Der Moment
einer Beobachtung hält einen Prozess an und er-zählt ihn.
Das Quantisieren aber, die Er-Zählung, ist nur zu haben
um den Preis der aussetzenden Musik.
Ein kurzer Stillstand, der einen Verlust an Bewegung bedeutet.
Die Wahrnehmung quantelt. Sie hackt. Die Musik stoppt.
Aber das Aussetzen der Musik formiert etwas. Ein Bild.
Und dieses Bild ist eine In-Formation.


Wenn ein Pole mit einer Rumänin schnakselt….

Was geschieht, wenn ein Pole und eine Rumänin gemeinsam ein Kind zeugen?
Das Kind wird später zu faul sein, ein Auto zu klauen.
Ich distanziere mich hier ausdrücklich von dem Chauvinismus dieses dämlichen Witzes.
Aber ich musste ihn einmal bringen, um zu illustrieren, auf welchem Problemfeld
heute zum Teil philosophiert wird, wenn befragt werden soll, was eigentlich
Rationalität ist und was Irrationalität.

Erweiterte Rationalität, John A. Wheeler gewidmet.

Man könnte auch fragen, was geschieht, wenn eine unklar schwingende Esoterikerin und ein exakt denkender Naturwissenschaftler ein Kind zeugen? Antwort: Das Kind wird eine rationale Esoterikerin, die zwischen den Stühlen sitzt. Handlungsunfähig. Ein kleines Gedankenexperiment. Es überlegt, wie “Träger” von zugeschriebenen Eigenschaften ihre “Eigenschaftlichkeit” komplett auf sich selbst anwenden. Umgekehrt funktioniert das auch: Man kann auch einen unklar schwingenden Esoteriker darauf aufmerksam machen, dass er einen großen Teil seines Alltags Produkten und Funktionen verdankt, die aus einer Geschichte von strenger Rationalität heraus ihn täglich berühren. Ob er nun Straßenbahn fährt oder einen Computer benutzt.

(Unter Esoterik summiere ich hier mal alle Formen von Welteinvernahme, die nicht scharf definiert in den Routinen von Mathematik, Physik oder Beweisbarkeit agieren.  Das darf hier jetzt von Nina Hagen, dem Pabst, einem Wünschelrutengänger, über Sloterdijk, der Kunst, bis hinunter zu Peter Handke interpretiert werden. )

Ebenso wie der Wissenschaftler samt Wissenschaft aus einem langwierigen historischen, evolutionären und sozialen “Schwingungs” – Prozess hervorging, der zum überwiegenden Teil mythologisch, sektiererisch (Pythagoras) und dialogisch – ebenso wie sprachlich oder sogar mystisch klösterlich beeinflusst ist. Und nur zum geringsten Anteil kühl mathematisch. Auch die exakten Wissenschaften haben zunächst einmal eine Fleisch-und Blut-Geschichte, eine Sprachgeschichte und erst dann eine rein mathematische.

Was aber zeigt die immer mal wieder aufkommende Streitausspielung: Unklar schwingende Esoterik versus exakte Wissenschaft? Abgesehen davon, dass beide Disziplinen in ihren Radikalausführungen sowieso immer verblödet sind.

Die eigentliche Lage scheint heute komplizierter oder man könnte auch wieder sagen – witziger. Denn eigentlich zeigt die heutige klassisch -  physikalische Rationalität eher eine verdeckte Religiösität. Während die sogenannte Esotherik so ein bisschen auf dem Vormarsch in Richtung Salonfähigkeit ist….

Der Streit funktionalisiert eine Arbeitsteilung.

Einerseits: Die heutige, noch klassisch orientierte Rationalität hat ein Problem. Sie kann oder will ihr eigenes Handeln, ihren eigenen Prozess nicht mit den Mitteln ihrer Rationalität selbst vollständig abbilden.

Sie kann zwar 1 + 1 zusammenzählen, aber sie kann nicht erklären, warum diese Funktionen funktionieren. Und andere Funktionen nicht funktionieren.

So käme die “harte” Physik heute nicht auf die Idee, danach zu fragen, warum sie selbst eigentlich in diesem expansiven Prozess einer sich immer weiter ausdifferenzierenden “Naturerklärung” vorranschreitet. Die Frage nach der eigenen Aufklärungs-Dynamik scheint selbst nicht Frage von Physik zu sein.

Warum nicht? Das war nicht immer so. Es gab einmal eine Tradition großer philosophisch denkender Physiker.

Damit sollen sich Soziologen beschäftigen oder Philosophen, Dichter, Esoteriker, damit sie etwas zu beschwafeln haben.

Die Religiösität der Rationalität zeigt sich darin, dass sie alle tieferen Warum- Fragen abweist und dem Bereich der Religionen zuordnet oder der Philosophie.

Aber damit forciert sie eben jene alte Arbeitsteilung. Das Abweisen von existentiellen Warumfragen von Seiten der Wissenschaft ist kein Ausweis von Rationalität, eher von Religiösität.

Die Standartantwort lautet hier immer: Die Wissenschaft fragt nicht nach dem großen Warum Ihres eigenen Handelns. Sie fragt immer nur nach dem nächsten Wie einer Funktion.

Wirklich? Und – weiter gefragt: Warum ist das so?

Robert Musil hat einmal seinen Helden Ulrich im “Mann ohne Eigenschaften” die Frage stellen lassen, warum Ingenieure und Techniker, die sonst eigentlich zumeist an vorderster Front der Funktionalisierung und Rationalität stehen, solche merkwürdigen Hirsch-Horn-Kravatten-Nadeln tragen und warum in Ihren Häusern Wildschweinköpfe an der Wand hängen? Ob denn nach Feierabend Wissenschaftler ihre Rationalität vielleicht nicht auf sich selbst anwenden könnten…?

Nun ist dieser Roman von Robert Musil an die 80 Jahre alt.

Aber diese zugespitzte Frage trifft heute immer noch. Tatsächlich lässt sich heute nicht nur eine gesellschaftliche ArbeitsTeilung in den Fragestellungen diagnostizieren. Es scheint auch eine ganz natürliche Arbeitsteilung zwischen Feierabendkultur und Laborkultur zu herrschen.

Nach dem man vormittags ein stammzellgezüchtetes Trommelfell in der Petrischale pipetiert hat, geht man Abends in die Oper, einen gediegenen Wagner anzuhören.

Rezeption findet hier dann nichtfunktional – also ästhetisch – statt.

Andererseits: Umgekehrt herrscht das gleiche Verhältnis: Der weltabgewandte Lyrikerdarsteller  schickt seine “Naturlyrik” durch die allerfeinsten computerisierten High-Tec-Druck-Stufen. In seinem Schreiben aber vernimmt man nicht selten Zivilisationskritik.

Oft schreibt er sogar vom chtonischen Blubbern auf dem Computer. Der Dialog zwischen den Kulturen hat sich hier ein gegenseitiges intrinsisches Beschweigen verordnet. Man begegnet sich nicht, man stört sich nicht. Aber man benutzt sich zu gegenseitigen, fast schon technischen Abgrenzung.

Die Rationalität, die Wissenschaft, die Technik, reicht mit Gummihandschuhen alle “Warum-Fragen” an die Religion weiter – oder erstickt sie in dem berühmten Wittgensteinschen Schweigegebot.

Wissenschaft will Welt nicht erklären, aber sie verändert sie peu a peu und dann massiv mit den Neuerfindungen und Nebenprodukten ihrer Forschungs-Routinen.

Die so genannte schöngeistige ästhetische Existenz päppelt sich dann zumeist unreflektiert mit den neuesten Errungenschaften der rationalen Technologie.

Die Mathematik, die Technik, die “funktionierende Funktion”  kann oder will sich nur schwer darüber aufklären, dass sie selbst – im Funktionieren – eine Bewegung ausführt, die innerhalb einer kosmologischen und durchaus physikalischen Gesamtwahrscheinlichkeit von Bewegung enthalten ist, also zum Universum gehört und nicht irgendwie ausserhalb steht.

Der menschliche Geist darf selbst nicht zum Gegenstand von “harter” Physik werden.

Ausgenommen einige lobenswerte Versuche der Hirnforscher.

Aber ein CERN des Bewusstseins, Ein CERN des Gehirns, mit dem selbem Budget finanziert,
existiert nicht. Ganz zu schweigen von einem CERN der Gesellschaft.

Und das kann als ein Symptom von Religiösität und nicht von Rationalität auffällig werden.

Solange diese Rationalität behauptet, dass sie mathematisch metaphysisch und damit metakosmologisch agiert, bietet sie keine echte Alternative zum Glauben, sondern lediglich eine Funktionalisierung des Stummen hinein in die Stummheit von Funktion, Technik und Ernährung. Sie droht zur Funktionenfunktion zu verkommen und ist dann keine Naturwissenschaft mehr.

Wer isst und schluckt, kann nicht sprechen. Der kann das Gegessene und Geschluckte nur ausgiebig beschweigen. Kauen.

Tatsächlich aber liegt der tiefere Grund für das angedeutete Dilemma in der Unfähigkeit der klassischen Rationalität, sich selbst als Teil eines physikalischen und kosmologischen Prozess’ zu verorten, der die so genannte strenge Definition, den strengen Systemabschluss, nur deshalb leisten kann, weil in Natura kein einziges streng geschlossenes System existiert.

Indem das System Wissenschaft ein System zur Untersuchnung definiert und diskretiert, öffnet sie es ja für Beobachtung. Die Beobachtung aber erzeugt informationelle Routinen. Zuwachs an Wissen.

Aber dieses Wissen rutsch sofort auf die Anwenderseite der Funktion, nur äusserst selten rutscht es zurück in die Aufklärung des Beobachters selbst.

Wo die Wissenschaft aber streng definiert, scheint es ihr nicht der Rede wert, dass jede Definition lediglich selbst ein Teil einer öffnenden Bewegung ist. Und diese Bewegung gehört zur Entropie selbst. Das Definieren eines Systems innerhalb von Entropie vergrößert die Entropie. Und zwar -  jetzt -  auf der Informationsseite.

Wissenszuwachs bedeutet eine Zunahme an unterscheidbaren Unterscheidungen. Und Zunahme heißt: Ausdehnung, Expansion.

Die Bewegung läuft von wenig-Sterne-unterscheiden-können nach viel-Sterne-unterscheiden-können. Von wenig-Bakterien unterscheiden-können nach viel-Bakterien-unterscheiden können. Diese Bewegung ist gerichtet und irreversibel. Sie gehört damit zur Entropie der Thermodynamik.

Unterschiedenes breitet sich aus wie Wärme.
Mit anderen Worten: In einem ideal geschlossenen kognitiven System nimmt die Entropie der Information kontinuierlich zu.

Teil 2

Negative Kosmologie….. (Aus einem Gespräch.)

Okay, folgendes: Ich versuche es ganz klar zu halten:

Zunächst mal ist aktuell am Teleskop nicht viel zu erklären. Weil es um eine viel tiefere Sachlage geht, die einen kosmologischen Vorlauf hat. Selbstverständlich liefert uns ein Teleskop ein operatives Abbild der Lage da draussen, aber es liefert uns kein genaues Abbild von dem eigentlichen Prozess, der bis zu Ihnen und dem Teleskop geführt hat….

Deshalb muss ich weiter ausholen…

Zunächst einmal, den Umstand, dass Sie “Sie” sind, der sie da jetzt stehen und beobachten, verdanken sie einer – Stabilisierung.

Sie könnten diesen Stern nicht beobachten, als “Objekt”, wenn Sie selbst nicht als “Subjekt” in der Welt stabilisiert wären.

Soll heißen: Ihr Bewusstsein muss die Möglichkeit haben – “Stern dort” zu denken.

Um das überhaupt sagen, wissen, denken zu können, müssen Sie aber “Martin hier” sein können.

Genau so, wie sie “das Teleskop da” nur denken und – wiederholt identifizieren können, wenn sie “Martin” – vom Teleskop abgrenzen.

Sie, Martin.B. wissen sich selbst heute, ebenso, wie Sie gestern gewusst haben, dass sie Martin B. sind  – und nicht das Teleskop.

Sie selbst sind sozusagen als relativ stabilisierter Martin B. in die Welt hinein-gezählt.

Aber das sie in die Welt hinein gezählt sind, zählt sie zugleich auch hinaus – hinaus aus der Welt in Ihr eigenes Innensein. Und das ist notwendig.

Sie müssen also, um als Martin B in die Welt sich hineinzuzählen, müssen Sie sich “gegen” die Welt abgrenzen.

Nur weil sie gegen die Welt abgegrenzt sind, können Sie die Welt überhaupt
erkennen… er – z ä h l e n . Sie dürfen ja nicht mit der Welt zerfließen.

Dieser Umstand ist nicht trivial. Weil allein dieser Umstand eine physische, thermische Arbeit ist,
die einen Energieverbrauch hat. Und einen biophysischen Wärmedurchsatz.

Sie selbst sind als “Form” stabilisiert. in der Zeit. Aber als Form, die ständig ernährt werden muss, damit diese Form nicht die Form verliert.

Ihre eigene Binnenspannung “gegen” die Welt zu behaupten, ist eine physische Arbeit.

All das, was sie als Martin B. täglich routiniert wiederholen, um Martin.B. zu sein, aber ebenso, dass Sie gestern und heute immer noch wissen, was ein Teleskop ist, wie sie den Weg dort hin finden…etc… all das verdanken sie als relativ gesunder Mensch dem Umstand, dass Ihr Gehirn in einem Millieu – gehalten – wird, das dafür sorgt, dass die “Person Martin B.” innerlich sozusagen unverändert bleibt.

Quasi zeitlos. (Das meinte Ich, wenn ich sagte, dass ihr Bewusstsein eine Schüssel Wasser ist, die vom Fluss Wasser abgegrenzt ist. Und dieser Fluss da draussen, das ist das DELTA – Feld.)

Die Person “Martin B.” geht vom Kalten ins Warme, fährt Auto, ist, trinkt, schläft, etc…und ist aber statistisch rein durchschnittlich innerlich immer in der Lage, sich als sich selbst zu identifzieren, sich von “der Welt da” abzugrenzen.

Und dieses sich “von der Welt-da” abgrenzen ist eine Arbeit. Und diese Arbeit leisten sie ständig, permanent.

Sie können zwar hören, sehen, riechen etc…aber ganz innen drinnen, in ihrem Cortex herrscht trotzdem eine starke Abschirmung, die dafür sorgt, dass sie nie so viel hören sehen riechen, dass sie komplett mit der Welt eins werden.

Ausser sie nehmen harte Drogen, die die Blut-Hirn-Schranke durchbrechen.

Und die allererste Abgrenzung noch vor allen charakterlichen oder psychischen Abgrenzungen ist eine physisch-stoffliche-eine thermodynamische – und elektromagnetische Eingrenzung dieses Ortes, der da Martin B. mit Gehirn heisst.

Und die allererste Vorraussetzung, noch vor allen anderen psychologischen Vorraussetzungen, die Ihnen diese wiederholte Selbstquantisierung als “Martin B” gestattet, macht möglich, dass ihr Gehirn physisch betrachtet immer ungefähr in einem ähnlichen thermodynamischen und elektromagnetischen Millieu operiert.

Das leistet die Blut-Hirn-Schranke. Sie merken schon, wenn sie Alkohol trinken, dass da was passiert, aber sogar alkoholisiert können sie noch eine mittelschwere Aufgabe rechnen….

Aber tief drinnen sind sie immer in der Lage, sich weiterhin selbst zu quantisieren, was nichts anderes heißt als: Sich selbst zu routinieren, zu wiederholen.

Sie selbst sind also ein Quant. Diskret (scheinbar diskret) von der Welt abgeschirmt.

Verstehen Sie, und diese scheinbare Diskretion, also unser eigenes Quantsein, projezieren wir immer wieder in die Welt hinein, seit Beginn der Evolution des Menschen.

Zwar sind wir mit der Welt verbunden. Wir atmen, essen, trinken, aber unser Cortex muss einen Spielraum haben, eine Abschirmung, die es ihm ermöglicht, sich als “schwimmend” gelagert oder “gepuffert” gelagert … eben als stabiliserte Form abzugrenzen, die innen drinnen quasi zeitlos agiert, reversibel.

Dass wir reversibel rechnen können, verdanken wir dem Umstand, dass wir ständig mit einem reversiblen Blut-Puls durchströmt werden.

Ob wir zählen, ob wir rechnen, ob wir Begriffe oder mathematische Funktionen ausbilden – wir wiederholen immer unsere eigene Quantisierung als Routine, als Rotation.

Diese Selbstquantisierung ist allererste Vorraussetzung, um die Welt fremdzuquantisieren.

Und der Dialog zwischen Selbstquantisierung und Fremdquantiserung – dieser Dialog ist eine operative Schwingung, der evolutionär übersetzt werden kann mit der Schwingung zwischen “Trial and Error” -  Erfolg und Misserfolg.

Und dass müssen sie jetzt nicht erst mit dem ersten Menschen ansetzen, sondern diese Selbstquantisierung beginnt schon mit der ersten Selbstschließung der ersten Protozelle, dem ersten Einzeller…

Da der Misserfolg (error) aber evolutionär nicht oder nur passiv indirekt als Auslese überliefert wird, haben wir kein Empfinden dafür, wie unsere gesamte antropotechnische Evolution in dieser dialogischen “Schwingung” sich abgespielt hat.

Denn überliefert wird logischerweise immer nur der nächste ERFOLG. Das nächste ÜBERLEBEN.

Wenn ich von Wirbeln spreche, dann meine ich eine Rotation, bildhaft auch – unter anderem – als Schwingung, weil jede Rotation auch als Schwingung, als Sinusrotation sich abbilden lässt.

Ein Wirbel ist eine Stabiliserung. Und unser Inderweltsein -  ist eine solche Stabiliserung.

Zurück zum Teleskop: Wenn sie heute also an einem Teleskop stehen, dann nehmen sie Anteil an einer Evolutionsgeschichte, die sich technisch bis zu ihnen hin – eingeschwungen hat. Routinisiert hat. Das heißt alle Ihre Gerätschaften, all ihr Wissen, all ihre Mathematik ist evolutionär – dimensioniert worden – sozusagen herausgeschält aus einer Riesenmenge an Ereignissen – die bis zu Ihnen hin geführt haben, der sie jetzt da am Teleskop stehen und nun diesen Stern anschauen lässt.

Aber alle das zeigt Ihnen das Teleskop nicht. Das Teleskop zeigt Ihnen nicht die energetisch und statistische Dimensionierung ihrer eigenen Erfolgsgeschichte. Und das Teleskop zeigt Ihnen auch nicht die evolutionäre statistische Stabiliserung, die sowohl in Ihnen selbst steckt als auch in diesem Teleskop….denn auch dieses Teleskop eine Evolutionsgeschichte aus Trial and Error-Ereignissen, die unmittelbar mit unserer eigenen Geschichte verknüpft ist.

Wenn sie dieses Teleskop benutzen, oder wenn sie Mathematik betreiben, dann bedienen sie sich all dieser Dinge so, als seien sie sozusagen “starr” zeitlos in der Welt. Genau so, wie sie nicht jeden Morgen zu sich selbst sagen: Ich Martin B. bin das Ergebnis von 10 hoch 33 evolutionären Trial-and Error-Ereignissen….

Was will ich damit sagen. Ich will damit sagen, dass wir evolutionär hier an unserem kosmologischen Ort eine ganz bestimmte unverwechselbare Signatur unserer Intelligenz bekommen haben, eine Signatur unseres ganz speziellen Zeitorts unserer kosmologischen Geschichte. Diese Signatur ist wahrscheinlich von der Signatur her einmalig und einzigartig gegenüber anderen Intelligenzen. Und diese Signatur hat eine bestimmte Dimension.
Die Dimensioniertheit dieser Signatur versteckt sich auch in der Planck-Konstante…die ich ja als eine anthropotechnische Verhältniszahl betrachte und nicht als Naturkonstante.

Aber die ganze Historie dieser Signatur zeigt uns das Teleskop nicht. Das Teleskop zeigt uns lediglich 1 “Blick” .

Unseren Blick.

Und dieser Blick ist nicht “falsch” – also nicht, dass sie mich missverstehen, nur ist er nicht vollständig, absolut nicht vollständig in Bezug auf den Gesamtprozess. Weil der Kosmos eben ein fließender expansiver Prozess ist.

Und ich denke: Unsere evolutionäre Signatur, die wir selbst noch nicht in ein Verhältnis mit der Naturwissenschaft gebracht haben, hindert uns heute noch daran, zu verstehen, dass wir selbst, sie und ich immer in einem DELTA-FELD der sich permanent ändernden Skala mitfließen….

Die Schachfelder dehnen sich mit den Reiskörnern aus.

Erweiterte Rationalität:

Es ist denkbar, dass die rätselhaften Bahnabweichungen der Pioneer-Sonden auf eine Skalendehnung hinweisen.

Ausserdem:

Es ist sehr wichtig, dass die Wissenschaft in Zukunft das Resonanzverhältnis zwischen unserem internen Fließgleichgewicht (brain-inside) und dem kontinuierlichen DELTA-Feld der Entropie (Universum-brain-outside)
darauf hin untersucht, ob es anthropo-harmonische Wahrnehmungs-Selektionen gibt, die auf einer ganz bestimmten Resonanz, also auf einem ganz bestimmte “harmonische” Kalibrierung zum entropischen Skalenfluss des Universums hinweisen. Hier muss nach selektiven Harmonisierungen gefahndet werden (Fourier, Metrik, Lissayou, Musik-Wissenschaft)  – ebenso wie nach einem harmoniserten Verhältnis zur Zahl PI.
Es ist höchstwahrscheinlich, dass die antrophotechnische Physik uns nur einen möglichen Ausschnitt des Universums zeigt, nämlich den, der “harmonisch” oder “metrisch” mit unserer energetischen Eigenfrequenz konstruktiv gekoppelt ist.

Dass wir die dunkle Materie nicht detektieren können, bedeutet: Sie ist entweder unverwirbeltes DELTA-FELD oder disharmonisch signaturiert, so dass sie nicht mit uns wechselwirkt.


Liebe Quantentheorie, Du bist leider tot.

(Die Katze hat immer da die Löcher im Fell,
wo die Augen rausgucken.)

Als Widerspruchsforscher habe ich selbstverständlich schon mehrfach versucht,
auf verschiedenen Wegen in den Wissenschaftsbetrieb
vorzudringen. Vergeblich.

Intelligenz ist keine Eigenschaft von Einzelnen oder Zivilisationen,
sondern eine dialogische – informationelle Funktion des Universums an sich.
(Und du – String-Theorie -  bist leider auch tot.)

Die DELTA-Theorie als dialogische PRAXIS wird geboren.

Für eine neue Öffentlichkeit.

Einsteins Theorie war anfänglich keine mathematische Leistung,
sondern eine philosophische, die dann erst
mathematisch funktionabel gemacht wurde.

Das ist ein Riesen-Unterschied zur Quantentheorie, die
erst qua Mathematik in ein Beobachterproblem geführt hat,
das sie letztlich unversöhnt lies.

Die Grund-Überlegung Einsteins war eine DIALOGISCHE (bewegte Bezugssysteme)
und keine mathematische. Deshalb ist die Relativitätstheorie
ontologisch so kraftvoll gewesen, eine wahre naturwissenschaftliche Tatsache.
Sie kann bestehen bleiben, und wird jetzt hier lediglich in einen größeren Kontext
eingespiegelt und erweitert.

Vorab in eigener Sache:

Scienceblog.de ist vorbildlich. Hier kann über Wissenschaft und
Philosophie diskutiert werden. Das ist richtig und wichtig und gut.

(Link zum Kontext 1)

Es geht ja nicht ums Recht haben. Es geht ums Unrecht haben.
Ein Wissenschafler möchte von anderen Wissenschaftlern wissenschaftlich
nachgewiesen bekommen, dass er sich irrt.
Diesen Vorgang nennt man Falsifikation. Ein ganz normaler Vorgang.
Ein Wissenschaftler sagt, ich denke, dass es so ist, und
andere Wissenschaftler sagen, schau mal, du hast da was übersehen,
du liegst falsch.

Aber  niemand konnte mir rational wissenschaftlich
zeigen, dass ich falsch liege. Die Reaktion war: Mathematik sei die Autorität.
Zahlen stünden ausserhalb des Kosmos.
Zahlen haben keinen Energiedurchsatz.
Ich verstehe das auch.

Und zwar, weil das großer Humbug ist.

Das lässt sich simpel einsehen.
Zahlen und Zeichen sind das Ergebnis von Entscheidungen
und Unterscheidungen. Also von Beobachtungen. Und Beobachtungen brauchen
einen Beobachter und der ist WARM.
Und eine Beobachtung kann sich nicht ad hoc, also zeitlos vollziehen.
Also ist auch eine Beobachtung nicht kalt. Eine Beobachtung
stabilisert eine Form. Und diese Form muss – energetisch stabilisiert -
im Unterscheid zu einer anderen FORM “gehalten” werden.
Und dieses “Halten” hat schon einen Energiedurchsatz.

Ausserdem muss sich auch der Beobachter selbst “halten”. (BHS)
Zweiter Energiedurchsatz.
Wo die Wissenschaft nach wie vor glaubt, Mathematik würde mit “kalten”
also temperaturlosen Zahlen rechnen, ist sie nicht bereit, den Schritt der
nächsten Beobachter-Relativierung zu gehen, die Relativierung des Bewusstseins
hin zu einem physischen Fließgleichgewicht, das sich selbst nur in einer Dreh-Routine
zwischen Selbstquantisierung und Fremdquantisierung der Welt zuwenden kann -
und sich dann rechnend wieder abwendet und prüfend wieder zuwendet.

Und diese ROUTINE hat einen Energiedurchsatz, der Wärme streut,
an Bewegung teilhat, und Bewegung verändert – in dem sie FUNKTIONEN
hervorbringt. Aber diese Funktionen sind zunächst mal nur funktionierend.
Aber sie sind nicht kalt, sondern haben einen Energiedurchsatz und verursachen Energiestreuung.
Und dieser Energiestreuung ist der ontologische Fehler, der sich ansammelt, historisch
immer mehr ansammelt, bis eine alte Theorie so fehlerhaft ist, dass sie gegen
eine neue Funktion getauscht werden muss…die dann wieder eine Weile funktioniert.

(Link zum Kontext 2)

Zahlen sind nicht kalt.

Das Problem ist hier: Die Sichtweise, dass Mathematik voll innerhalb des
physischen Kosmos sich abspielt und nicht ausserhalb, wirft plötzlich ein ethisches Problem auf.
Weil das zwingt, die Mathematik als letzten Hort der Metaphysik zu entlarven.

Die heutige Mathematik ist der letzte religiöse Hort der Moderne.

Weil es dazu zwingt, einzusehen, dass die gesamte Gattung
voll in diesem Kosmos mit ihrer gesamten technologischen Evolution m i t f l i e ß t .
Und dieser Kosmos hat eine Temperatur.

Und dieses MITFLIESSEN verwirbelt zu FUNKTIONEN.

ABER diese FUNKTIONEN enthalten auch DEN PHYSIKER
ebenso wie DEN MATHEMATIKER.

DIESER KOSMOS HAT DIE ENTROPIE DER WAHRSCHEINLICHKEIT,
DIE ZUGLEICH DIE WAHRSCHEINLICHKEIT DER ENTROPIE IST.

Der Kosmos muss sich ausdehnen, weil nichts in ihm still steht.

DER KOSMOS SELBST BILDET FUNKTIONEN AUS WAHRSCHEINLICHKEIT.

Auch MASSE ist eine Funktion der Wahrscheinlichkeit.

Und alles was in ihm geschieht, gehört in diese Wahrscheinlichkeit.

WIR SELBST SIND WAHRSCHEINLICH, weil es Nullwahrscheinlichkeit nicht
geben kann.

Bei Nullwahrscheinlichkeit würde der gesamte Kosmos ad – hoc verschwinden.

Und keine Zahl, kein Ding, kein Gerät ist temperaturlos – also zeitlos.
Es fließt mit dem Zeitpfeil der Thermodynamik, mit der
Wahrscheinlichkeit der Entropie.

Die Blut-Hirn-Schranke ist die thermodynamische Barriere, die uns
vor dieser Tatsache abschirmt.
Sie etreibt selbst schon STATISTIK,
weil sie WÄRME – und STOFFVERTEILUNG SORTIERT und SELEKTIERT.

(Link zum Kontext 3)

Und mit dieser Quantenphysik wird bald auch – endlich – die Trennung von Physik und Metaphysik bedeutungslos.
Die alte Mathematik, die bisher immer mit zeitlosen, wärmelosen Zahlen gerechnet hat,
mit Zahlen, von denen sie annahm, dass sie irgendwie irgendwo einfach so da sind,
diese Mathematik kann würdevoll in die Ingenieurs- und technischen Wissenschaften
hinein verabschiedet werden, wo sie sich noch durchaus brauchbar zeigen wird.

Die Physik aber, und dort, wo sie wieder Naturwissenschaft sein will, wird eine dialogische
Mathematik ausbilden müssen, die den Physiker und den Mathematiker selbst im
DELTA-FLUSS des strömenden DELTA-FELDS als dialogisch Handelnden
mit der STRÖMUNG gegen die STRÖMUNG in der STRÖMUNG der Thermodynamik
handelnd  – sich selbst und das Feld verändernd – hineinstellt.

Die Xpansion des Kosmos ist das Ausfließen des dialogischen DELTA.
der INFORMATION.

(Link zum Kontext 4)

Jede Handlung, jede Reflexion, jede Information ist eine Zeitausschnitts-Routine.

Das kommende Zeitalter der Physik wird ein thermodynamisches Zeitalter sein.

Hier schon mal die beiden wichtigsten Sätze:

Alle Zustände streben einer Änderung zu.

Es gibt keine reversiblen Prozesse,
die keine Fließgleichgewichte sind.

Vorraussagen:

Die Dunkle Energie ist das DELTA-FLUSS-FELD der thermodynamischen Entropie.

Die Dunkle Materie ist das unverwirbelte FLUSS-POTENTIAL des DELTA-FELDS.

Das DELTA-FLUSS-FELD ist eine Strömung der Irreversibilität -
also der UNUMKEHRBARKEIT.

(Link zum Kontext 5)

Es kann wissenschaftlich nur verstanden werden, wenn der Mathematiker
und der Physiker seine eigene Beobachtungs-Routine als fließend
in diesem thermodynmischen DELTA-FLUSS-FELD bewegt – verwirbelt auffasst.

Deshalb braucht man eine dialogische Mathematik,
die Zahlen und Funktionen als physische, also warme Wirbel
erzeugt und mit diesen ROUTINEN im DELTA-Fluss-FELD
strömend dialogisch von ENTSCHEIDUNG zu ENTSCHEIDUNG
fließend dialogisiert.

Man muss alle Zahlen alle Formen und Funktionen als thermische Wirbel
begreifen, die nie ganz kreisförmig sind. Sie sind ellipsoid.
Diese elipsoiden Wirbel haben virtuelle Totpunkte, excenternahe und
excenterferne Punkte. Die Drehung dieser DELTA-FLUSS-FELD – WIRBEL
ist zugleich eine Schwingung. Diese Schwingung ist die
Wechselwirkung zwischen Symmetrie und Symmetriebruch.

Oder anders ausgedrückt: Zwischen Energie und Information.

Das DELTA – FLUSS- FELD fließt kontinuierlich beschleunigt.

Das Universum dehnt sich nicht symmetrisch aus, sondern seine
Ausdehnung spiraliert um den Anfang wie eine sich ausdehnende
Uhrfeder. Aber dieser Anfang als AUGE des SEINS hat keinen KERN.

Weil ein Wirbel keinen Kern hat.

Das innere dieser “Feder” dehnt sich langsamer aus als die Peripherie.
Deshalb waren Lichtjahre am Anfang kürzer und das Licht war schneller.

Dass wir immer die selbe Lichtgeschwindigkeit wahrnehmen,
ist eine – prozessuale -  Täuschung.

Der Grund: Da wir selbst und unserer gesamte Evolution
das Ergebnis von Entropie sind, hat sich an unserem ZEIT-ORT
und in unserem Bewusstsein, bezogen auf unsere gesamte
Evolution eine bestimmte SKALA harmonisiert.

Diese SKALA wird bestimmt durch die statistische themodynamische
Harmonisierung vermittels der BLUT-HIRN-SCHRANKE.

Aber diese SKALA für alle Prozesse, die wir wahrnehmen,
ist lediglich eine evolutionär “harmonisierte” SKALA hier
an unserem ZEIT-ORT des KOSMOS.

Wir können immer nur die selbe Licht-Geschwindigkeit
wahrnehmen, weil wir uns selbst und alle unsere SKALEN
mit der XPANSION immer proportional mit gedehnt werden.
Das gilt auch für die gesamte technologische Evolution.

Soll heißen: Ein Meter war bezogen
auf die kosmologische X-PANSION gestern kürzer als heute.

Das heißt aber auch: Gestern war das Licht schneller.

Diese Abweichungen können wir aber nicht wahrnehmen,
weil sich an unserem ZEIT-ORT alle SKALEN proportional
mit-dehnen. Also wir selbst auch.

Weil die kosmologische REALZEIT als thermodynamisches
DELTA- FLUSS-FELD den gesamten KOSMOS kontinuierlich
beschleunigt dehnt.

Das elektromagnetische Spektrum und damit auch das Licht,
sind DIE KOSMOLOGISCHE REALZEIT selbst.

Die GRAVITATION ist eine “FORM”  eine VERDICHTUNG
von LICHT, also ENERGIE also MASSE.

Das DELTA-FELD – enthält und verbindet alle Phänomene
des KOSMOS ad hoc. (EPR-PARADOXON)

Deshalb kann eine Zivilisation, die verstanden hat, dass Gravitation eine
FORM-WIRKUNG  der thermischen ENTROPIE ist, diese Gravitation auch
manipulieren  – also das DELTA-FELD – manipulieren – und damit ZEIT und RAUM.

Und das heißt: Sich selbst als Beobachter gegenübertreten auf der
gegenüberliegenden Seite des Wirbels.

Intelligenz ist keine Eigenschaft von Zivilisationen
sondern eine dialogische Funktion des Kosmos an sich.

Intelligenz ist verteilt auf den gesamten Kosmos, und diese Intelligenz
ist ROUTINE, eine dialogische ROUTINE.

Das bedeutet: Es gibt keine “fremden”  Zilvilisationen, wohl aber
ein dialogisches Prinzip von Information das im  gesamten Kosmos
auf verschiedene Orte verteilt sein kann.

Zivilisatorische Entwicklung bedeutet, diesen Dialog zu führen, als
Routine bewusst wahrzunehmen und im Strom mit dem Strom
gegen den Strom sich selbst als entwickelnd und “funktionierend”
als Teil des Universums immer mehr zu erkennen.

Und diese Erkennntnis bedeutet Entwicklung.

Nachtrag: Es ist sehr wichtig, dass die Wissenschaft in Zukunft das Resonanzverhältnis zwischen unserem internen Fließgleichgewicht (brain-inside) und dem kontinuierlichen DELTA-Feld der Entropie (Universum-brain-outside)
darauf hin untersucht, ob da anthropo-harmonische Wahrnehmungs-Selektionen wirken, die auf einer ganz bestimmten Resonanz, also auf einem ganz bestimmten “harmonischen” Verhältnis zur entropischen Energie des Universums hinweisen. Hier muss nach selektiven Harmonisierungen gefahndet werden (Fourier, Metrik, Lissayou, Musik-Wissenschaft)  – ebenso wie nach einem harmoniserten Verhältnis zur Zahl PI.
Es ist höchstwahrscheinlich, dass die antrophotechnische Physik uns nur einen möglichen Ausschnitt des Universums zeigt, nämlich den, der “harmonisch” oder “metrisch” mit unserer evolutionären Eigenfrequenz konstruktiv gekoppelt ist.


Treppe

Bilderbogen

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Randnotiz

Lucia

  • Der Garten Eden ist nicht mehr. Aber es schmeckt sehr süß. Blätter fallen und der Teich wächst zu.

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