Kategorie: Tagewerk

Dauer und Verdauung – nach Bergson, nach Heidegger

Zur Biophysik des „Metaphysischen.“ Schriebe eine Frau Dauer einen Brief an eine Frau Zeit, so wäre es der  Brief einer reisenden Königin  – gerichtet an ihre daheim gebliebene Kammerzofe. Es war der französische Philosoph Henri Bergson, der vor etwa 100 Jahren den Begriff der  Dauer (franz: Dureé) als Achtungswort und um-greifenden Terminus einführte in die philosophische…

Buch Ezechiel, Kapitel 1: Fermi-Lab, CERN (LHC)

Jedem, der hier die letzten Texte gelesen hat, dürfte klar geworden sein: Die Ringe der großen Teilchenbeschleuniger – sind Schrott. (Altes Testament, Buch Hesekiel, Kapitel 1 – nun muss man aber nicht gleich nervös werden – nur weil die Heiligen-Scheine in der malerischen Kunst zumeist ringförmig über den Köpfen schwebend erscheinen. Man beachte aber die…

Aus dem Tagebuch eines Schriftstellers – Max Frisch

Zum 100sten Geburtstag von Max Frisch. So ein Beitrag zur Jubiläumsindustrie im Namen Max Frischs kann in Verlegenheit bringen. Ein viel gelesener und zu Recht nie ganz unaktueller Dichter-Autor. Seine Werke kann man als paradigmatische Eichmaße in jeder modernen Bibliothek und zu jeder Buchmesse immer wieder begrüßen. Ganz ungerecht ausgedrückt: Wer Stiller oder Homo Faber…

Teil 3. Entropie – Kreativpotential der Natur. Interview mit Prof. T.S.W. Salomon

Zum 1. Teil Zum 2. Teil TSWS: Bevor wir in den Teil III unseres GESPRÄCHS einsteigen, möchte ich kurz einige Anmerkungen machen, die Sie, meinen Gesprächspartner TIM BOSON und seine Rolle betreffen…. Tim Boson: Oh je, was kommt jetzt? TSWS: Tim Boson ist ein Glücksfall für mich und dieses Gespräch; er ist kein Raumfahrtspezialist, wodurch…

Tim Boson: Die Lichtgeschwindigkeit: Eine Erinnerung.

Tim Boson: Gibt es so etwas wie einen Neid auf das Universum?

Ich, Tim Boson, erinnere mich – beinahe könnte man sagen – dunkel – an viele viele Menschen, Remineszenzen, schattige Gestalten aus meiner Vergangenheit, die einmal in ihrer so genannten Jugend durchaus angerührt waren vom Kichern der Sterne, ihrem Glanz und von dem Zwinkern des Mondes. Vom Sog dieses Universums. Die Sterne waren unsere Freunde und Träume, die viele von uns einmal hatten. Aber irgendwann wurde dann eben anderes wichtiger.

Tim Boson: Meine Träume sind es noch.

Dann, irgendwann, drangen die Geschmäcker, die Ansichtssachen, aber auch die kleinen Sicherheitsbedürfnisse und irdischen Annehmlichkeiten in unsere Sternen-Kreise ein, die Witzigkeiten, die kleinen Sarkasmen und Lebensführungen, die Tricks, die Rückversicherungen und die gespielten und wohlüberlegten Lässigkeiten und designten Förmlichkeiten infizierten unsere Töne und Träume mit einer eigenartigen Krankheit. Wir nannten diese Krankheit Klugheit. Klugheit – nicht Bildung, nicht Wissen, nicht Denken, nicht Unruhe.
Die Klugheit ließ uns plötzlich eine Art Existenz-Mikado spielen. Man passte plötzlich wahnsinnig genau auf, keine Stäbchen mehr zu bewegen. Und wenn, dann sollte es nur das Stäbchen mit der richtigen Farbe sein. Die Farbe, die sich mit den Farben des Milieus vertrugen, mit der richtigen Reihenfolge. Oder mit den eigenen Ideosynkrasien oder denen eines Publiums, eines Auftraggebers. Vorzeigbare Farben. Oder man bewegte nur noch das Stäbchen, was sich noch einfach, ohne großen Aufwand wegnehmen ließ. Dass sich schnell anbot. Existenz-Mikado: Merkwürdige Spielregeln ließen die Sternenträume plötzlich verblassen. Diese Spielregeln hießen: Seinen Platz finden oder sie hießen: Seinen Platz halten……oder sie hießen: Seinen Platz parfümieren. Oder sie hießen: Heute sind wir alle mal dagegen. Oder sie hießen: Heute sind wir mal ein bisschen lustig.

Tim Boson: Naja…ich blieb…mehr oder weniger…von der ganzen Schwere der Spielregeln dieser Art verschont.

Tim Boson: Wirkliche Träume lassen sich aber nicht verarschen.
Nicht auf Dauer….
(…)